Hamburg Weniger drin, Preis bleibt gleich: Das ist die „Mogelpackung im November“
In Zeiten steigender Inflation müssen Verbraucher besonders auf Supermarkt-Preise achten. Brisant: Ein Chips-Hersteller reduziert die Füllmenge, ohne das Produkt günstiger zu machen - die „Mogelpackung des Monats November“.
Seit Monaten klettern die Preise in den Supermarkt-Regalen hierzulande kräftig nach oben. Das Chips-Sortiment macht hier keine Ausnahme. Doch hier gibt es eine besonders hohe Preissteigerung: Der Chips-Hersteller „Intersnack“ reduziert laut der Verbraucherzentrale Hamburg bei über 30 Snack-Artikeln die Füllmenge - ohne den Preis entsprechend zu senken. Sind die allgemeinen Kostensteigerungen aufgrund des Ukraine-Kriegs der Grund? So oder so: Die Verbraucherzentrale vergibt den unrühmlichen Preis „Mogelpackung des Monats“ an „Intersnack“.
„Seit einigen Monaten finden in allen Bereichen enorme Kostensteigerungen statt. Die Preise für Rohstoffe inklusive Verpackungen sowie Logistik sind immens gestiegen. Hinzu kommen kontinuierlich steigende Kosten für Energie, die uns als Hersteller energieintensiver, frittierter und gebackener Produkte besonders betreffen“, erklärt „Intersnack“ in einer Mitteilung. „Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Kostensteigerungen weiterhin andauern und sich sogar verschärfen werden. (…)“ So weit, so gut. Das Problem: Das Unternehmen erklärt nicht, wie hoch die Kostensteigerungen in bestimmten Bereichen wirklich sind.
Bei der Chipsreihe „Funny-Frisch“ reduziert „Intersnack“ die Füllmenge des Produkts „Chipsfrisch“ von 175 auf 150 Gramm. Das entspreche laut der Verbraucherzentrale Hamburg eine versteckte Preiserhöhung von satten 17 Prozent. Besonders die Kleinpackung der Sorte „Ungarisch“ macht einen gewaltigen Sprung: Hier wurde die Füllmenge von 50 auf 40 Gramm geschrumpft - beim gleichbleibenden Preis eine Steigerung von 25 Prozent.
„Alle uns bekannten Sorten der Chio Chips aus dem Hause Intersnack werden jetzt ebenfalls mit weniger Inhalt verkauft. Pro Packung sind es nur noch 150 Gramm statt wie früher 175 Gramm. Die Füllmengenreduzierung beim selben Preis entspricht einer versteckten Preiserhöhung von 17 Prozent“, berichtet die Verbraucherzentrale Hamburg. „Um Kosten zu senken, hatte Intersnack schon vor einiger Zeit bei etlichen Produkten teilweise das Sonnenblumenöl durch Rapsöl ersetzt.“ Dabei sei es laut der Verbraucherzentrale Hamburg bis heute geblieben, obwohl Sonnenblumenöl mittlerweile an den Märkten wieder ungefähr so viel koste wie vor dem Krieg gegen die Ukraine.