Große Herausforderungen  Emden kann bis März nur noch 170 Geflüchtete aufnehmen

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 04.11.2022 08:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Selbst in der Nordseehalle wird der Platz für Geflüchtete mittlerweile knapp. Mehr als die Hälfte der Plätze ist belegt. Foto: Ortgies/Archiv
Selbst in der Nordseehalle wird der Platz für Geflüchtete mittlerweile knapp. Mehr als die Hälfte der Plätze ist belegt. Foto: Ortgies/Archiv
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Die aktuelle Zuweisungsquote in Emden ist schon fast wieder erfüllt. Die Wohnungssituation wird angespannter. Auch in der Nordseehalle wird es knapp.

Emden / MON - Bis März könnte die Stadt Emden noch 170 Geflüchtete aufnehmen. Das schreibt die aktuelle Zuweisungsquote des Landes vor. Mehr als 1000 Menschen wurden bislang aufgenommen – und der Wohnraum wird knapp. Das wurde am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Emder Rates deutlich. Die Sammelunterkünfte in der Barenburgschule mit rund 100 Plätzen und der Cassens-Villa in Larrelt (etwa 13 Plätze) seien voll, sagte Constantin Strauch, Leiter des Fachdienstes Wohnen. In der Nordseehalle seien mehr als die Hälfte der knapp 300 Plätze belegt. In der Emder Jugendherberge seien mittlerweile 56 Menschen untergebracht. Bis zu 135 Menschen können dort Platz finden.

Weiterhin kommt ein Großteil der Geflüchteten aus der Ukraine. Aber auch Menschen aus anderen Herkunftsländern fliehen nach Emden. Anfangs hatte die Stadt noch versucht, so viele Geflüchtete wie möglich in dezentralen Unterkünften, also in Wohnungen oder Wohnhäusern, unterzubringen. Rund 140 Wohnungen wurden angemietet. Die Bereitschaft vieler Immobilien-Besitzer, ihr Eigentum zur Verfügung zu stellen, war zu Beginn des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine groß. „Jetzt wird erheblich weniger angeboten“, sagte Stadtrat Volker Grendel. Die Bitte gelte zwar weiterhin, sich mit leerstehenden Immobilien zu melden. Man wolle aber auch nicht noch mehr in den Wohnmarkt eingreifen und womöglich teurere Wohnungen anmieten. „Wir achten penibel auf die Angemessenheitsgrenze.“

Insbesondere bei kleinen, günstigeren Wohnungen ist die Nachfrage insgesamt groß. Im Gespräch war schon, dass notfalls auf Turnhallen als Unterkunft zurückgegriffen werden muss. Den Bewohnern der Sammel-Unterkünfte stehe es frei, Wohnungen anzumieten, so Strauch. Viele von ihnen seien schon Leistungsempfänger. Transferleistungen umfassen beispielsweise Wohngeld, Kindergeld, Arbeitslosengeld oder Grundsicherung.

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