Verkehr in der Innenstadt  So geht es mit den Verkehrsversuchen in Emden weiter

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 03.11.2022 10:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eine Stadt sieht blau: Die großflächigen Markierungen der Fahrradstraße sorgen für viel Zündstoff. Foto: Ortgies
Eine Stadt sieht blau: Die großflächigen Markierungen der Fahrradstraße sorgen für viel Zündstoff. Foto: Ortgies
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Die Diskussion um die Verkehrsversuche in der Emder Innenstadt geht weiter. Aber was sagt eigentlich die Stadt zu den neuen Markierungen und der Farbe Blau?

Emden - Die Diskussion um die umstrittenen Verkehrsexperimente in der Emder Innenstadt ist seit einigen Tagen wieder voll entbrannt. Die neuen Markierungen der Fahrradstraße im Abschnitt der Neutorstraße zwischen Agterum und Osterstraße sorgen nach wie vor für viel Gesprächsstoff. Aber was sagt eigentlich die Stadt dazu und wie geht es weiter? Die Stadtverwaltung hat auf Fragen dieser Zeitung geantwortet.

Was sind die Ziele der Verkehrsexperimente?

An den Zielen der Maßnahmen in der Innenstadt hat sich laut Stadt nichts geändert. Nach wie vor gehe es unter anderem darum, mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen sowie die Innenstadt mit einem Mix aus Handel, Kultur, Events und Gastronomie zu stärken. Das Thema Verkehr werde dabei „ganzheitlich gedacht“, weil es viele Facetten habe und komplex sei. Neben der Verkehrsführung gehörten dazu unter anderem neue Mobilitätskonzepte, der Öffentliche Nahverkehr und die Bewirtschaftung öffenlicher Parkplätze.

Wie lange dauern die Verkehrsexperimente noch?

Die Dauer der Verkehrsexperimente ist derzeit ungewiss. Weil sich in der Zwischenzeit die Rahmenbedingungen verändert hätten, sei für den Gesamtversuch ein neuer Zeitplan erforderlich, schreibt die Stadt. In den nächsten Stufen soll auch die Straße Am Delft einbezogen werden. Der neue Zeitplan soll in der nächsten Sitzung des Ratsausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt besprochen werden. Laut dem Sitzungskalender der Stadt tagt dieses Gremium am 1. Dezember.

Werden auch die Bürgerinnen und Bürger beteiligt?

Wenn der neue Zeitplan für die Verkehrsexperimente steht, will die Stadt sich nach eigenen Angaben auch wieder mit den Bürgerinnen und Bürgern austauschen. Um ein eindeutiges Feedback aus der Bevölkerung zu bekommen, sei es der Verwaltung wichtig gewesen, die Verkehrssituation noch einmal „klarer“ zu gestalten. So könne der Test fortgeführt werden, ohne das Missverständnisse entstehen.

Warum ist die Neutorstraße zum Teil blau eingefärbt?

Das Blau soll laut Stadt die Fahrradstraße deutlich kennzeichnen. Das sei „nicht ungewöhnlich“. Auch andere Kommunen verwendeten diese Farbe dafür. Die Stadt Emden habe sie für sich zum „Standard für Fahrradstraßen“ gemacht. An der Einmündung der als Fahrradstraße angelegten Hermann-Löns-Straße in Höhe Bolardusstraße/Isenseestraße sei auch so verfahren worden. Die Stadt weiter: „Es geht hier in erster Linie um die Sicherheit der Fahrradfahrer und die deutliche Markierung (auch in der Größe) der Fahrradstraßen-Situation in der Neutorstraße.

Ist die Fahrradstraße in der Neutorstraße eine Dauerlösung?

Die Stadt bekräftigt, dass mit den Verkehrsversuchen keine Fakten geschaffen werden sollen. Die Experimente dienten allein dazu, die „zukunftsfähige Lösung“ für eine neue Innenstadt zu finden. Für eine endgültige Lösung müsste die Neutorstraße ohnehin saniert werden. Der Straßenbelag sei „durchaus in die Jahre gekommen“. Das hieße, dass man die Straße nicht einfach in ihren alten Zustand zurückversetzen könne. Sobald die Experimente abgeschlossen sind, die Ergebnisse komplett vorliegen und der Rat entschieden hat, komme es ohnehin zu Bauarbeiten. Offen sei aber heute noch, wie das Ergebnis am Ende aussieht, so die Stadt. Der blaue Belag lasse sich aber auch wieder entfernen.

Bleiben die Sitzgelegenheiten und Pflanzkübel stehen?

Aus Sicht der Stadtverwaltung sind die Verkehrsexperimente auch dadurch gekennzeichnet, dass man immer noch Fantasie benötige, um sich vorzustellen, wie es am Ende wirklich wird. Die Blumenkübel und Sitzgelegenheiten stünden nur exemplarisch für eine spätere und professionelle Umgestaltung dieses Bereichs auf der Grundlage von Ratsentscheidungen. Auch die gelben Straßenmarkierungen seien nur eine provisorische Lösung.

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