Hamburg  Ein gut gefülltes Depot zum 18. Geburtstag? Das geht mit wenigen Euro pro Monat

Julia Falkenbach
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Von Julia Falkenbach
| 01.11.2022 15:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Je früher die Eltern dieses kleinen Wonneproppens mit dem Sparen anfangen, desto besser. Foto: Unsplash/Kenny Eliason
Je früher die Eltern dieses kleinen Wonneproppens mit dem Sparen anfangen, desto besser. Foto: Unsplash/Kenny Eliason
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Den Kindern einen finanziell unbeschwerten Start ins Erwachsenenleben zu ermöglichen, ist das Ziel vieler Eltern. Dafür braucht man nicht viel Geld, sondern vor allem Zeit. Welche Geldanlagen die Stiftung Warentest empfiehlt.

Wie wird die Welt in 18 Jahren aussehen? Welche Auswirkungen der Klimakrise sich dann zeigen, wie sicher und friedvoll die internationale Politik agieren und die Wirtschaft sich verhalten wird, ist unklar. Klar ist nur, dass 2022 geborene Babys 2040 volljährig werden. Wer seiner Tochter oder seinem Sohn zur Volljährigkeit ein gut gefülltes Depot schenken möchte, sollte dafür möglichst früh anfangen. Denn je mehr Zeit Eltern mitbringen, desto geringer ist die monatliche finanzielle Belastung.

Stiftung Warentest hat in der aktuellen Ausgabe Geldanlagen für Kinder verglichen. Im Dschungel der Möglichkeiten die richtige für sich und das Kind zu finden, ist deutlich schwieriger als bei Konsumgütern: Hier gibt es nicht den einen goldenen Weg und keinen klassischen „Testsieger“.

Welche Anlage zu Ihnen und Ihrem Kind passt, ist von sechs Faktoren abhängig:

Ob das Sparen mit Aktien-ETFs oder Festgeld besser ist, hängt davon ab, wie risikofreudig Sie sind. ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die die Wertentwicklung eines Index, wie beispielsweise des DAX, abbilden. Aktien-ETFs versprechen höhere Gewinne, beinhalten aber das Risiko, dass der Index abstürzt und Sie weniger Geld herauskriegen als Sie reingesteckt haben. Beim Festgeld gibt es weniger Zinsen, dafür ist das Geld sicher.

Für eine Aktienanlage brauchen Sie ein Depot. Das kann auf den Namen der Eltern oder des Kindes angelegt werden. Depots für Kinder sind bei fast allen Banken im Test kostenfrei. Da bei den meisten Banken jedoch Kaufgebühren fällig werden, lohnt es sich, genau hinzuschauen.

Diese Anbieter verlangen bei einer Sparrate von 50 Euro im Monat keine oder nur sehr geringe monatliche Gebühren:

Weiterer Vorteil bei einem Depot im Namen des Kindes: Die Erträge müssen Sie nicht versteuern. Allerdings dürfen Sie ein solches Depot zwar verwalten, aber keinen finanziellen Nutzen daraus ziehen. Als persönlicher Notgroschen ist ein Kinder-Depot nicht gedacht!

Bei einem Konto im Namen der Eltern entfallen die Steuervorteile – dafür behalten Sie die Kontrolle und können immer darüber verfügen.

Grundsätzlich gilt: Bloß nicht alles in ein Unternehmen oder eine Branche stecken, sondern auf einen breit aufgestellten ETF setzen, der Welt­aktienindizes wie den MSCI World abbildet. Stiftung Warentest empfiehlt, monatlich ausgeführte Sparpläne zu wählen, die Hoch- und Tiefphasen ausgleichen. Einmalzahlungen sind bei Depots auch möglich.

Warum es so wichtig ist, dass Sie bei Finanzprodukten auf geringe laufende Kosten achten, zeigt diese Tabelle:

Wem das alles zu unsicher ist, für den sind Feldgeldanlagen eine Alternative, die sich zunehmend mehr lohnt.

Welche Optionen Sie dabei haben, zeigt diese Tabelle:

Die Stiftung Warentest empfiehlt übrigens ein „Pantoffel-Portfolio“. Das heißt so, weil es für die Anleger so bequem ist. Die Hälfte des Geldes wird in einen weltweit anlegenden Aktien-ETF gesteckt, die andere in ein sicheres Tages- oder Festgeld.

Wichtiger als ein großes Depot ist jedoch, dass Kinder lernen, mit Geld umzugehen und zu Hause die Finanzbildung erhalten, die in Schulen leider nicht unterrichtet wird.

Eine Alternative zu einer Geldanlage kann übrigens sein, dass Sie Ihr Geld unmittelbar in Ihr Kind und seine Zukunft investieren: Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, rät, in die Bildung der Kinder zu investieren statt Finanzprodukte für sie zu kaufen. Geld kann etwa in ein Auslandssemester, einen Sprachkurs oder auch in Nachhilfe fließen. Davon profitiert das Kind sowohl kurz- als auch langfristig und das gewährt ihm Freiheiten, die Geld nicht kaufen kann.

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