Regierungsbildung Überraschungen wären überraschend
Wer wird was im Kabinett von Stephan Weil? Der alte und wohl auch neue Ministerpräsident dürfte sich treu bleiben und auf Knalleffekte verzichten.
Wer Stephan Weil wählt, weiß, was er bekommt. Beständigkeit in schweren Zeiten. Keine Experimente. So hatte der amtierende Ministerpräsident seinen Wahlkampf angelegt. Der Sozialdemokrat war erfolgreich mit dieser Strategie und schmiedet gerade in Hannover seine Wunschkoalition mit den Grünen.
Die immer wieder von Journalisten gestellte Frage nach dem Personal für das neue Kabinett bügelte Weil stets mit dem Hinweis ab, dass es erst um Themen und zum Schluss um Köpfe gehe. Doch wer Weil kennt, weiß auch, dass er längst weiß, wen er an welchen Hebeln der Macht platzieren möchte. Auch hier dürfte der Regierungschef sich treu bleiben und sein neues Kabinett ohne große Überraschungen bilden. Wird seine Sprecherin Anke Pörksen nun Justizministerin, wie es 2013 bereits fast der Fall gewesen wäre? Das wäre tatsächlich eine Überraschung, ist aber eher unwahrscheinlich. Nachdem Pörksen anfangs mit ihrem Sprecherinnen-Job gefremdelt hatte, sind sie und „der Chef“, wie Pörksen den Ministerpräsidenten gern nennt, mittlerweile ein eingespieltes Team.
Boris Pistorius wird wohl Innenminister bleiben und Daniela Behrens weiter das Sozial- und Gesundheitsressort leiten. Oder ist Weil bei der Besetzung seines Kabinetts am Ende doch noch für den ein oder anderen Knaller gut? Das ist zumindest nicht auszuschließen, wäre aber die größte Überraschung.