Anwohner in Leer sind genervt  Unappetitliche und überquellende Papiercontainer als Dauerzustand

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 29.10.2022 14:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Vordergrund Rest- und Plastikmüll, der im Schreiberskamp abgeholt wird, im Hintergrund ein Müllcontainer für Altpapier, der über Monate nicht geleert wurde, weil er falsch befüllt ist. Foto: Ortgies
Im Vordergrund Rest- und Plastikmüll, der im Schreiberskamp abgeholt wird, im Hintergrund ein Müllcontainer für Altpapier, der über Monate nicht geleert wurde, weil er falsch befüllt ist. Foto: Ortgies
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Altpapier-Container, die über Monate nicht geleert werden, weil sie falsch befüllt wurden: Das kennen Anwohner der Straßen Schreiberskamp und Auf der Lübsche schon lange. Jetzt gibt es eine Lösung.

Leer - Sie sind alles andere als ein schöner Anblick: Blaue Altpapier-Container, deren Deckel nicht mehr schließen, so voll sind sie. Allerdings längst nicht nur mit Altpapier. Schon auf den ersten Blick sind Gelbe Säcke, Plastiktüten, Styropor und Essensreste zu erkennen.

Was und warum

Darum geht es: In den Straßen Schreiberskamp und Auf der Lübsche stehen seit Monaten Papier-Container, die nicht geleert werden, weil sie mit allen Sorten Müll befüllt wurden.

Vor allem interessant für: Anwohner der betroffenen Straßen, alle, die sich bei der Mülltrennung besonders viel oder keine Mühe geben

Deshalb berichten wir: Leser hatten uns auf die Müllcontainer aufmerksam gemacht.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de

Keine Momentaufnahme, sondern Dauerzustand, berichten Anwohner der Straßen Schreiberskamp und Auf der Lübsche. Die Container seien seit Monaten nicht geleert worden, weil sie erkennbar falsch befüllt worden seien. Das sei nicht nur unschön, die Nachbarn befürchteten auch, dass sie Ratten anlocken könnten. Das umso mehr, weil oft auch Müll um die Container herum liege.

Problem ist den Verantwortlichen bekannt

Das Problem sei dem Landkreis, dem die Müllbehälter gehören, bekannt, sagt Kreissprecher Philipp Koenen auf Anfrage. Zuständig sei allerdings der Eigentümer der Wohnblöcke. Mit diesem Unternehmen habe der Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises schon mehrfach Kontakt aufgenommen und seine Hilfe angeboten. „Wir würden den Abfall auch abholen, wenn die Firma die Kosten dafür übernimmt. Bislang gibt es da aber keine Rückmeldung“, so Koenen.

Dass nicht alles Papier ist, was hier im Container landete, ist auf den ersten Blick zu erkennen. Foto: Ortgies
Dass nicht alles Papier ist, was hier im Container landete, ist auf den ersten Blick zu erkennen. Foto: Ortgies

Verantwortlich für die Wohnblocks, zu denen die Altpapier-Container gehören, ist die LEG-Immobilien-Gruppe mit Sitz in Düsseldorf. Auch dort sei man sich der Situation bewusst, sagt Unternehmens-Sprecher Mischa Lenz. Deshalb stehe man im Gespräch mit dem Landkreis und habe sich auch schon vor Ort getroffen, um eine „pragmatische Lösung“ zu finden. Ein weiteres Gespräch werde zeitnah stattfinden.

Zu viele Papier-Container, zu wenige andere Behälter

Hauptproblem sei aus Sicht der LEG, dass die Bewohner nur die Müllsäcke und noch nicht den Umgang mit den Containern gewohnt seien. Außerdem seien die Altpapier-Container vom Landkreis proaktiv aufgestellt und nicht von der LEG angefordert worden. Es sei vorher nicht ermittelt worden, ob überhaupt ein Bedarf bestehe oder wie viele Tonnen aufgestellt werden sollten. Da der Bedarf an Altpapiercontainern nicht so groß sei wie der für Rest- und Biomüll, wolle man einen Teil der Altpapier-Container durch Rest- und Biomüll-Behälter ersetzen lassen. Die Bestellformulare lägen schon vor, derzeit berechne man noch den genauen Bedarf.

Die LEG bemühe sich nach Kräften, ihren Mietern die richtige Mülltrennung nahezubringen, unter anderem mit persönlichen Gesprächen und Anschreiben in verschiedenen Sprachen. „Ab einem gewissen Punkt muss aus unserer Sicht aber auch die Eigenverantwortung einer Hausgemeinschaft zum Tragen kommen. Wir sehen unsere Mieter mit in der Verantwortung, hier im Rahmen einer intakten Hausgemeinschaft miteinander eine pragmatische Lösung zu finden“, so Lenz.

Tonnen sollen geleert werden

Was die Anwohner freuen dürfte: Kurzfristig scheint sich eine Lösung abzuzeichnen: „Da die Altpapiertonnen vom Landkreis aufgrund der Fehlbefüllung der Mieter nicht geleert werden, müssen wir eine Sonderleerung beim Landkreis beauftragen“, so LEG-Sprecher Lenz. Nach einem Gespräch am Freitag stehe fest: Diese Sonderleerung wird in der kommenden Woche sein.

Dass noch andere Konsequenzen drohen könnten, wenn der Müll zu lange auf den Grundstücken liegen bleibe, lässt Kreissprecher Koenen durchblicken. Im Zweifel könne der Abfallwirtschaftswirtschaftsbetrieb die Untere Abfallbehörde, also den Landkreis einschalten. Dann gäbe es zunächst eine Anhörung, danach womöglich ein Verfahren mit drohenden Sanktionen.

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