Startschuss zur Wasserstoff-Offensive  EWE baut 320-MW-Elektrolyseur in Emden

Gordon Päschel
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Von Gordon Päschel
| 28.10.2022 12:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Olaf Meinen (von links, Auricher Landrat), EWE-Chef Stefan Dohler, Tim Meyerjürgens (Tennet) und Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff trafen sich am Freitag am alten Rathaus, um die Pläne zu präsentieren. Foto: Stadt Emden
Olaf Meinen (von links, Auricher Landrat), EWE-Chef Stefan Dohler, Tim Meyerjürgens (Tennet) und Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff trafen sich am Freitag am alten Rathaus, um die Pläne zu präsentieren. Foto: Stadt Emden
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Es hatte sich angedeutet, jetzt wurde das Geheimnis offiziell gelüftet: Im Emden stellte EWE-Chef Stefan Dohler Details für eine Produktionsstätte für Wasserstoff vor. Die Ausmaße lassen aufhorchen.

Emden - Um die Dimension der Entscheidung zu verdeutlichen hilft ein Zahlenspiel: Die größten derzeit in Deutschland befindlichen Anlagen zur Herstellung von grünem Wasserstoff haben in etwa 10 Megawatt Leistung. Am Freitag stellt der Energieversorger EWE in Emden Pläne für den Bau einer eigenen Produktionsstätte in Ostfriesland vor.

Sie soll 320 Megawatt Leistung haben, etwa 500 Millionen Euro kosten und schon 2026 ans Netz gehen. Und sie soll nicht weniger als eine Zeitenwende einläuten. „Es ist das größte Einzelprojekt, das EWE bislang umsetzt“, hob Unternehmenssprecher Dietmar Bücker hervor. Konzernchef Stefan Dohler betonte die deutschlandweite Bedeutung und konnte sich einen Seitenhieb in den Süden nicht verkneifen. „Die Bayern werden da sehr neidisch drauf schauen“, sagte er im Rummel des alten Ratshauses, wo am Vormittag eine große Pressekonferenz stattfand.

In Emden weckt die Anlage, die nahe dem neuen Umspannwerk im Stadtosten in Rekordzeit entsteht, große Hoffnungen. Edzard Wagenaar, der einen Teil der Veranstaltung im Rummel im Namen der Stadt moderierte, verglich den Bau des Elektrolyseurs mit der Entscheidung von Volkswagen, in den 1960er Jahren ein Werk in Emden zu errichten. Ganz so viele Arbeitsplätze schafft die Wasserstoff-Anlage aus eigener Kraft dagegen nicht. Für den Betrieb werden etwa 20 bis 30 Fachkräfte benötigt. Aber es wird damit gerechnet, dass sie weitreichende Folgeeffekte mit sich bringt und große Investoren aus der Industrie anlockt. Es gebe schon jetzt „einiges an Anfragen“, so Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos).

Ein ausführlicher Bericht folgt

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