Flüchtlingskrise Weiteres Containerdorf für Geflüchtete in Aurich
In Aurich wird es ein zweites Containerdorf für geflüchtete Menschen geben. Bis zu 40 Flüchtlinge sollen darin auf dem Kasernengelände unterkommen. Damit endet aber nicht die Suche nach Wohnraum.
Landkreis Aurich - Als weiteren Standort für ein Containerdorf zur kurzfristigen Unterbringung geflüchteter Menschen wird die Kreisverwaltung das Kasernengelände in Aurich nutzen. Darauf haben sich Landkreis, Stadt Aurich und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) in jüngsten Gesprächen verständigt.
Dabei soll der neue Standort auch als Übergangslösung dienen, bis die Kaserne komplett bezugsfertig ist. Bis Ende des Jahres können an diesem neuen Standort bis zu 40 weitere geflüchtete Personen untergebracht werden.
Pro Woche kommen 75 Flüchtlinge
„Wöchentlich erreichen uns durchschnittlich 75 geflüchtete Menschen“, wird der Erste Kreisrat Dr. Frank Puchert in einer Mitteilung des Landkreises zitiert. Laut Landesaufnahmebehörde ist diese Zahl auch weiterhin umfänglich zu erwarten. Um die Ankommenden kurzfristig unterbringen zu können, hat der Landkreis bereits mehrere Gemeinschaftsunterkünfte, beispielsweise in Utlandshörn, Aurich und Wiesmoor, eingerichtet. Darüber hinaus hat man sich mit der Stadt Aurich, der Bima und dem Investor auf die Nutzung einiger Gebäude der ehemaligen Blücher-Kaserne in Aurich einigen können. Neben einer auf dem Gelände bereits genutzten Immobilie laufe daher für die weiteren betroffenen Gebäude die Ertüchtigung, so dass voraussichtlich ab Dezember weitere Personen in Räumen des Divisionsgebäudes untergebracht werden können, schreibt der Landkreis.
Da sich zum 1. Oktober die Zuweisungsquote des Landes allerdings noch einmal deutlich erhöht hat, müssen laut Kreisverwaltung parallel weitere Möglichkeiten zur Unterbringung geschaffen werden. „Aktuell stehen wir kurz vor der Fertigstellung eines ersten Containerdorfes auf dem Platz der ehemaligen Internationalen Gärten in Haxtum“, erklärt Marcel Schäfer, Leiter des Stabes für außergewöhnliche Ereignisse. Ab Anfang November sollen hier die ersten Personen einziehen können. „Zusätzlich können wir in Absprache mit der Stadt Aurich und der Bima nun auch auf dem Kasernengelände einen weiteren Standort herstellen.“
Erdarbeiten werden ungefähr einen Monat in Anspruch nehmen
Das zweite Dorf wird auf einer Fläche nahe des ehemaligen Divisionsgebäudes seinen Platz finden. Noch in diesem Jahr sollen so weitere Unterbringungsmöglichkeiten für bis zu 40 Personen geschaffen werden. Da es sich derzeit um eine nicht befestigte Fläche handelt, sind zunächst allerdings Vorbereitungsarbeiten am Untergrund nötig. „Die Erdarbeiten werden ungefähr einen Monat in Anspruch nehmen. Wenn alles vorbereitet ist, können die Container dann innerhalb von zwei Wochen aufgebaut werden“, so Schäfer. Die benötigten Versorgungsleitungen für Strom und Abwasser werden an das bestehende System der Kaserne angebunden.
Das neue Dorf soll zunächst als Übergangslösung dienen, bis ein vollständiger Einzug in das Divisionsgebäude der Kaserne möglich ist. Zusätzlich soll auch die Sporthalle auf dem Gelände für eine mögliche Notunterbringung hergerichtet werden. Damit sollen Notfallplätze vorgehalten werden, um gegebenenfalls Zeiten bis zur Herrichtung von Containerdörfern oder der Kaserne überbrücken zu können. Hier werde mit 60 Plätzen kalkuliert.
Bislang 2891 Flüchtlinge aufgenommen
Auch bleibe es das Ziel des Landkreises, die Belegung von Sporthallen zu vermeiden, jedoch erscheine es vor dem Hintergrund der steigenden Zuweisungen durch das Land angezeigt, solche Plätze zumindest vorzuhalten, falls es bei der Herrichtung der Unterkünfte zu unvorhergesehenen Verzögerungen komme. Für weitere Möglichkeiten, in den nächsten Wochen Unterkünfte in ähnlicher Form und Größe im Kreisgebiet aufzubauen, plane man eine zeitnahe und enge Abstimmung mit den Gemeinden, um so bei der Standortwahl möglichst in die Fläche gehen zu können.
Mit aktuellem Stand wurden im Kreis Aurich 2891 Flüchtlinge aufgenommen. Die Zuweisungsquote des Landes beläuft sich auf insgesamt 4942 Personen, die bis März 2023 aufgenommen werden müssen. Bislang konnte der Landkreis 597 Plätze in Notunterkünften schaffen, von denen aktuell 483 belegt sind.