Herbst ist Gaming-Zeit  Darauf stehen die Zocker in Ostfriesland

Vera Vogt
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Von Vera Vogt
| 25.10.2022 18:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Stefan Springer leitet den Gaming-Treff Ostfriesland gemeinsam mit VHS-Fachbereichsleiter Carsten Löning. Foto: Ortgies
Stefan Springer leitet den Gaming-Treff Ostfriesland gemeinsam mit VHS-Fachbereichsleiter Carsten Löning. Foto: Ortgies
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Bei Herbstwetter macht das Zocken gleich doppelt Spaß. Derzeit gibt es viele Neuheiten, einige kommen noch. Es tut sich sehr viel bei den Gamern. Worauf stehen die Ostfriesen?

Ostfriesland - Herbst ist Zockerzeit: Wenn der Regen an die Fensterscheibe klopft, lässt es sich mit einem viel besseren Gewissen spielen. Außerdem kommen Neuheiten auf den Markt auch ansonsten tut sich gerade viel.

Was und warum

Darum geht es: Wenn es draußen regnet, lässt es sich wunderbar zocken. Welche Trends kommen im Herbst und worauf stehen Ostfriesen?

Vor allem interessant für: Gamer und die, die wissen wollen, was so über ostfriesische Bildschirme flackert.

Deshalb berichten wir: Es gibt gerade jede Menge Neuheiten auf dem Spiele-Markt.

Die Autorin erreichen Sie unter: v.vogt@zgo.de

Zeit, nachzufragen, was gerade die ostfriesischen Gamerinnen und Gamer so interessiert. Antworten hat Carsten Löning. Er leitet mit Stefan Springer der Gaming-Treff Ostfriesland.

Freuen sich Ostfriesen auf etwas Bestimmtes?

„Erfahrungsgemäß kommen nicht nur im Herbst, sondern auch im Frühjahr viele neue Titel auf den Markt. Lediglich der Sommer ist im Vergleich etwas mau“, erklärt Löning, der auch Fachbereichsleiter bei der VHS Leer ist. Der Gaming-Treff findet monatlich statt. So bleiben die Leiter immer in Kontakt mit den Zockern. Und auch wenn die Ostfriesen oft als eigen dargestellt werden: „Spieletechnisch haben die Ostfriesen den gleichen Geschmack wie die restlichen Deutschen“, so Löning. Für die Herbst und Winterzeit stehe bei den meisten Zockern der neue Call of Duty Teil, Victoria 3, das neue World of Warcraft Add-On und God of War Ragnarök hoch im Kurs.

Auch Pokemon Karmesin/Purpur hatte „für große Vorfreude bei vielen“ gesorgt. Aber in der Gesamtheit (PC, PS, X-Box, Switch) erschienen noch bis Jahresende zig Titel, „so dass für jeden etwas dabei ist“, so Löning. Eine Umfrage dieser Zeitung bei Instagram ergab, dass sich nur rund 30 Prozent als Zockerin oder Zocker sehen. Am meisten freuen sich sich auf einen sechsten Teil von Grand Theft Auto – was allerdings noch eine ganze Weile dauern könnte. Auch auf Hogwarts Legacy freuen sich viele, das für das Frühjahr 2023 geplant ist. Für PC-Spieler sei gerade ein anderes Thema viel nervenaufreibender, sagt Löning: Ein Unternehmen habe eine neue Grafikkartengeneration vorgestellt und nun sei man gespannt, was der ewige Konkurrent auffahren werde.

Haben sich die Vorlieben gewandelt?

„Allgemein haben sich Games und deren Inhalte in den letzten Jahren stark verändert“, sagt Löning. Spiele erzählten oft eine Geschichte, entführten in eine eigene Welt. „Es ist so in etwa, wie wenn man ein Buch liest, nur dass ein Gamedesigner diese – beispielsweise im Buch beschriebene Welt – lebendig werden lässt und mit Leben füllt.“ Man habe selbst Möglichkeiten, mit dieser Welt zu interagieren und die Geschichte zu erleben. Wichtig sei und bleibe, dass die Spiele einen guten Einstieg – ein sogenanntes Tutorial – bieten müssen. Verändert habe sich hingegen, dass in den vergangenen Jahren das Interesse an Strategiespielen eher zurückgegangen sei. Das Interesse an Shootern, Online Rollenspielen, Aufbauspiele und Sportspielen wie Fifa sei unverändert.

Der Trend gehe aber weg vom dicken Geld: Die Indie-Szene wird laut Löning immer beliebter. „Kleine Studios mit wenigen Angestellten, oder gar Ein-Mann- oder -Frau-Projekte. Mit wenig Budget werden hier teils doch sehr aufwendige Spiele entwickelt. Da diese Spiele nicht an eine Serie gebunden sind und keine Millionen Dollar investiert werden, sind diese Spiele experimentierfreudiger“, sagt er.

Wird Gaming beliebter oder sinkt das Interesse?

Zocker hocken im Keller des Elternhauses mit Schlabberklamotten und Fastfood? Dieses Bild ist lange überholt, denn die Zeit des Gamings als Nischen-Hobby ist vorbei, erklärt Löning: „Der Markt floriert, knapp 203 Milliarde US-Dollar Umsatz weltweit. Alleine das WM Halbfinale in dem Spiel League of Legends wurde von rund vier Millionen Zuschauern verfolgt. China nicht mit einberechnet. Gaming ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken.“

Gaming werde von Jahr zu Jahr beliebter. „Gerade die Coronakrise hat vielen das Thema Gaming näher gebracht.“ In der Bahn am Handy, auf dem Sofa mit der Switch, am PC, vor dem Fernseher: „Gaming begleitet uns überall. Spannend ist auch ein Blick auf den Bereich des E-Sport. Hier wurden bis Oktober 2022 Preisgelder von insgesamt 1,36 Milliarden Euro ausgezahlt. Südkorea ist da seit Jahren schon Vorreiter. Aber der Trend schwappt immer weiter rüber auch in die westlichen Länder.“

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