Einzelhandel in Ostfriesland Sollte man jetzt schon mit dem Weihnachtsshopping starten?
Wir haben uns bei Einzelhändlern und Handelsexperten umgehört und gefragt, wie es um die Weihnachtseinkäufe steht. Teilweise macht es Sinn, jetzt schon an die Geschenke unterm Baum zu denken.
Ostfriesland - In der Parfümerie Douglas in der Emder Innenstadt sind im Eingangsbereich diverse Adventskalender aufgebaut. „So langsam geht es los mit dem Weihnachtsgeschäft“, sagt Jessica Schulz, stellvertretende Leiterin der Filiale. In dieser Woche sei bereits etwas mehr als üblich los gewesen und auch die Nachfrage nach Geschenkverpackungen steige. Ob das nun schon mit Weihnachten zu tun hat, ist allerdings nicht klar. Filialleiterin Alexandra Koch fügt hinzu: „So richtig geht es eigentlich immer erst Ende November bis Anfang Dezember los.“ Im Internet wird vielerorts empfohlen, in diesem Jahr früher mit den Weihnachtseinkäufen zu starten. Wir haben uns umgehört und gefragt, was Händler und Experten davon halten.
So kann man beim Kauf der Weihnachtsgeschenke sparen
Jörg Thoma vom ostfriesischen Einzelhandelsverband hat Tipps, wie man beim Kauf der Weihnachtsgeschenke sparen kann:
„Es ist immer ein guter Rat, früh genug an die Weihnachtseinkäufe zu denken“, sagt Jörg Thoma, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des ostfriesischen Einzelhandelverbandes. Besonders, wenn man noch die volle Auswahl haben und möglichen Verfügbarkeitsproblemen aus dem Weg gehen möchte. Das bestätigt auch Wiebke Eilts, Referentin der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg. Es mache „auf jeden Fall“ Sinn, sich bereits jetzt mit dem Thema auseinanderzusetzen. Als Gründe dafür nennt sie unter anderem Corona-Lockdowns und Containerstaus in Asien, die zu verzögerten Lieferzeiten auch in Deutschland führten. Gewisse Geschenke könnten „feststecken“, sagt sie. Besonders betroffen: Unterhaltungs- und Haushaltselektronik sowie Fahrräder. Laut Eilts berichten deutschlandweit derzeit 77 Prozent der Einzelhändler von solchen Lieferproblemen.
Lieferstaus trifft nicht alle Branchen
Bei Leffers in Leer merkt man davon offenbar nichts. „Bei Textilien ist da nicht mit Problemen zu rechnen“, sagt Nicola Plewe-Fricke, die für Leffers als Einkäuferin und Abteilungsleiterin arbeitet. Und: „Unsere Lager sind voll, wir haben alle Sortimente da.“ Bisher sei noch nicht spürbar, dass die Kundinnen und Kunden mit dem Weihnachtsshopping loslegen. Eine klare Empfehlung für einen frühen Einkauf in diesem Jahr spricht sie eher nicht aus, das würde sie den Kunden selbst überlassen. Aber: Je mehr Zeit verginge, desto höher werde die Wahrscheinlichkeit, dass ein Produkt vielleicht nicht mehr verfügbar ist. Das wäre auch in den Jahren ohne Corona, Krieg, Inflation und Lieferproblemen der Fall.
Auch, wer klassischerweise Parfüm oder Bücher verschenken möchte, braucht sich scheinbar nicht allzu große Sorgen zu machen. „Wir bestellen die Ware eh immer früher als nötig“, sagt Jessica Schulz aus der Emder Douglas-Filiale. Zudem sei der Parfüm-Markt nicht so sehr von den Lieferproblemen betroffen wie andere Branchen. Gleiches gilt für Bücher, bestätigt Dennis Cunob von der Emder Bücherhandlung Lesezeichen. „Wir werden von einem Zwischenhändler beliefert“, erklärt er. „Der hat die Sachen alle auf Vorrat.“ Die weihnachtlichen Waren seien bestellt. Auch das Geschenkpapier sei schon da. Die Weihnachtseinkäufe könnten starten.
Stimmung im Handel nur knapp über Corona-Tief
Aktuell sind für viele Kundinnen und Kunden auch die Preise ein Thema. Wiebke Eilts von der Industrie- und Handelskammer erklärt: „Viele Händler berichten, dass die Kunden zurückhaltender geworden sind.“ Der sogenannte „Konjunkturklimaindikator“, mit dem die Stimmung im Handel gemessen wird, liege nur knapp über dem Corona-Tief von 2020. Aus diesem Grund sei die Weihnachtszeit für den Handel in diesem Jahr „enorm wichtig“.
Trotz diverser Krisen zeigten sich die befragten Einzelhändler und Handelsexperten im Gespräch aber weiter optimistisch. „Wir hatten beim Gallimarkt ein volles Haus und eine volle Innenstadt hier in Leer“, sagt Leffers-Mitarbeiterin Nicola Plewe-Fricke. Sie geht fest davon aus, dass sich die Menschen zu Weihnachten weiterhin beschenken werden. „Wir sind da positiv gestimmt.“
Die ostfriesischen Händler werden sich in diesem Jahr besonders viel Mühe geben, meinen auch Jörg Thoma und Wiebke Eilts. „Alle freuen sich auf die Kunden. Die Händler geben alles, ihnen ein tolles Weihnachtserlebnis zu liefern“, sagt Eilts. Der Einzelhandel werde wieder für einen festlichen und gemütlichen Rahmen in der Vorweihnachtszeit sorgen, sagt Jörg Thoma. Das sei etwas, das der Online-Handel nicht bieten könne.
So kann man beim Kauf der Weihnachtsgeschenke sparen
Jörg Thoma vom ostfriesischen Einzelhandelsverband hat Tipps, wie man beim Kauf der Weihnachtsgeschenke sparen kann:
„Kommt wieder bei uns einkaufen“ – Einzelhandel in Schwierigkeiten
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Trübe Stimmung in Ostfrieslands Einzelhandel
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