Glasfaserausbau  Mancherorts geht es schon rasant schnell durchs Netz

Lukas Münch
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Von Lukas Münch
| 19.10.2022 18:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Im Landkreis kann schon maximal schnell gesurft werden – aber noch nicht überall. Foto: Sina Schuldt/dpa
Im Landkreis kann schon maximal schnell gesurft werden – aber noch nicht überall. Foto: Sina Schuldt/dpa
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Der Glasfaserausbau im Landkreis Leer schreitet voran. Wo kann schon schnell gesurft werden und welche Unternehmen sind für den Ausbau zuständig?

Landkreis Leer - Nie wieder ruckelige Streams oder langsame Downloads: Das oder ähnliches ist vermutlich die Hoffnung derjenigen, die im Landkreis Leer und speziell im Rheiderland interessiert sind an einem Glasfaseranschluss. Die Technologie verspricht rasend schnelles Internet. Der Weg dahin unterscheidet sich, je nach dem wo man im Landkreis wohnt. Die Projekte wurden zu verschiedenen Zeitpunkten gestartet, was auch zu verschiedenen Stadien des Ausbaus führt. Deshalb lohnt sich ein Blick darauf, was der Stand der Dinge ist.

Erstes von zwei Glasfaserprojekten im Kreis abgeschlossen

Der Leeraner Kreissprecher Philipp Koenen gibt einen Überblick über den Ausbau der Glasfaserleitungen im Kreisgebiet. Zunächst sei das Unterfangen seitens der Kreisverwaltung in zwei Projektphasen eingeteilt worden – Glasfaser 1.0 und Glasfaser 2.0. Glasfaser 1.0 lief von 2018 bis Anfang 2020. Seitdem ist Glasfaser 2.0 in Planung und Umsetzung.

Koenen teilt mit, dass im Rahmen der ersten Aktion über 10.000 Adressen inklusive aller Schulen im Landkreis von der EWE ausgebaut wurden. In der zweiten Phase 2.0 sollen nun weitere 7.000 Adressen ans Glasfasernetz angeschlossen werden. Dafür habe es 14 parallele Vergabeverfahren gegeben. Der konkrete Start dieser Unternehmung sei aktuell für den Januar 2023 geplant, so der Kreissprecher. Dies werde am 8. November im Ausschuss für Wirtschaft, Handel, Tourismus und Digitalisierung detailliert besprochen, so Koenen.

Bezüglich der Unternehmungen privater Glasfaseranbieter erklärt Koenen: „Zumeist erfolgen diese Ausbauten in dichter besiedelten und somit marktwirtschaftlich lohnenswerten Gebieten.“ Eine Überschneidung mit dem Gebiet des geförderten Ausbaus sei aus diesem Grund eher selten, da sich der Landkreis um die stark unterversorgten Adressaten – die meist entlegen wohnen – kümmere, so Koenen. Und so ist das schnelle Internet vielerorts Privatsache – ein Überblick.

Leer

In Leeraner Stadtgebiet sei der private Ausbau bereits durch die Telekom und die EWE in die Wege geleitet. Die beiden Anbieter kooperieren für den Glasfaserausbau unter dem Namen Glasfaser Nordwest. In diesem Rahmen wurden laut Koenen etwa Teilbereiche der Gewerbegebiete „Leer Nord“ und „Am Großen Stein“ in Leer erschlossen. Die Telekom plant zudem weiterhin die Erschließung von etwa 4000 Haushalten auf der Insel Borkum.

In Bingum hingegen kümmert sich die Firma Epcan um den Ausbau. Projektmanagerin Silvana Terdues zeigt sich erfreut darüber, dass bei der Bestimmung der Nachfrage bereits 31 Prozent der Befragten Interesse an einem Glasfaseranschluss bekundet haben. Bei 40 Prozent ist die neuralgische Zahl erreicht, bei der der Ausbau dann veranlasst werde beziehungsweise die interne Planung ins Rollen kommen. Die Frist für das Hinterlegen eines Interesses für einen Glasfaseranschluss in Bingum wurde bis zum 28. Oktober verlängert.

Bunde und Weener

Christian Backs, Koordinator Marketing und Kommunikation der deutschen Glasfaser, dem Unternehmen, das ebenfalls in der Region den Ausbau vorantreibt, berichtet: „Die Auszählphase in Bunde und Weener ist bereits abgeschlossen und da die erforderliche Quote in beiden Gemeinden erreicht wurde, befinden sich Bunde und Weener aktuell in der internen Bauplanungsphase.“ Die neuralgische Marke lag bei 33 Prozent der Befragten im Gebiet, diese konnte folglich übertroffen werden.

Jemgum

In Jemgum schließe die Glasfaser Nordwest mehr als 750 Haushalte an das Glasfasernetz an, so Unternehmenssprecherin Tomke Hollander. Das Verteilnetz sei „sehr kurz vor der Fertigstellung“. Man sei in den letzten Wochen gut mit dem Anschlussbau vorangekommen, so dass man sogar schon die ersten Hausanschlüsse aktivieren konnte, so die Sprecherin.

Westoverledingen, Rhauderfehn und Ostrhauderfehn

Für Westoverledingen teilt die Deutsche Glasfaser mit, dass erste Haushalte nun am Netz angeschlossen seien. Ende vergangenen Jahres wurde die Nachfragebestimmung mit einem für den Ausbau positiven Ergebnis abgeschlossen. Seitdem wurden die weiteren Planungs- und Umsetzungsphasen durchlaufen und die ersten Haushalte werden aktuell an das Netz angeschlossen und können somit schnell surfen. Das ist ein Schritt weiter als in Rhauderfehn und Ostrhauderfehn. Hier werden gerade die ersten Glasfaseranschlüsse zu den Haushalten gelegt, so Backs.

Holtland, Brinkum und Nortmoor

Die Gemeinden Holtland, Brinkum und Nortmoor sind Christian Backs zufolge in der internen Planungsphase. Man habe auch hier die Nachfragebündelung abgeschlossen und prüfe nun, ob man das Projekt vor Ort starten will.

Hesel

„In Hesel surfen die ersten Kunden ebenfalls schon auf dem neuen Netz“, sagt Tomke Hollander von Glasfaser Nordwest. Nachdem man vor ziemlich genau einem Jahr mit den Tiefbauarbeiten begonnen habe, habe man diese im August beenden können.

Detern und Hollen

In Detern sei laut Terdues von Epcan die Feinplanung in den finalen Zügen, was dazu führe, dass der tatsächliche Ausbau Ende dieses Jahres in Angriff genommen werden könne. „In Hollen wurde die Nachfragebündelung ebenfalls erfolgreich abgeschlossen, so dass wir auch hier Glasfaser ausbauen werden.“ Hier könne man wohl noch im ersten Quartal mit einem Beginn des Ausbaus rechnen, so die Sprecherin.

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