Täter will Tochter töten  Klaus-Peter Wolf stellt erstes Krimi-Spiel vor

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 16.10.2022 13:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Hier ist Klaus-Peter Wolf (links) zusammen mit Jens Schumacher zu sehen, der das „Ostfriesenspiel“ entwickelt hat. Foto: Hillebrand
Hier ist Klaus-Peter Wolf (links) zusammen mit Jens Schumacher zu sehen, der das „Ostfriesenspiel“ entwickelt hat. Foto: Hillebrand
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Mit dem „Ostfriesenspiel“ steigt der Krimi-Autor Klaus-Peter Wolf in einen neuen Bereich ein. Bald könnte es dadurch in Norden zu einem häufigen Anblick kommen.

Norden - Du hast sechs Stunden Zeit – dann ist deine Tochter tot. Diese Drohung erreicht Kommissar Frank Weller im Norder Café ten Cate. Wird es ihm gelingen, sie rechtzeitig zu finden und zu retten? Das hängt von den Fans von Klaus-Peter Wolfs erstem sogenannten Escape Game (Fluchtspiel) ab. Am Sonnabend stellte es der Krimiautor rund 60 Zuschauern in der Norder Buchhandlung Lesezeichen vor. Darunter einige echte Vorbilder für seine Romanfiguren sowie der Spieleentwickler Jens Schumacher, der auch schon für Volker Kutscher (Babylon Berlin) gearbeitet hatte. Wir haben den Wahl-Norder Wolf am Rande der Veranstaltung interviewt.

Was und warum

Darum geht es: Klaus-Peter Wolf spricht über sein „Ostfriesenspiel“ und darüber, wer es schon überraschenderweise verloren und gewonnen hat.

Vor allem interessant für: Fans von Escape Games oder von Klaus-Peter Wolf

Deshalb berichten wir: Die Presseagentur des Münchener Verlags arsEdition hat uns zu der Spielevorstellung nach Norden eingeladen.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Herr Wolf, ich habe mal ins „Ostfriesenspiel“ reingeschaut: Da finden sich ja schon ein paar echte Orte wieder, wie in Ihren Romanen auch. Kann ich Ihr neues Kartenspiel auch wie eine Schnitzeljagd draußen spielen?

Klaus-Peter Wolf: Um die Aufgaben zu lösen, ist es ganz gut, wenn man zu Hause sitzt. Aber wie auch bei meinen Romanen werden die Leute hinterher wohl die Schauplätze besuchen. Ich wette, wir werden Menschen sehen, die in Norden in der Ludgerikirche oder im Café ten Cate eine Spielkarte in der Hand haben und sagen: „Guck mal, genau so sieht das aus!“ Illustrator Hauke Kock hat nämlich alles so gemalt, dass es fast fotorealistisch ist und man die real existierenden Personen sofort erkennt. Gleichzeitig hat es noch etwas Mystisches und Märchenhaftes. Das gefällt mir so an Haukes Stil.

Cathrin Bensch und ihre Tochter Elli haben die Chance genutzt, um sich von Klaus-Peter Wolf Autogramme zu besorgen. Foto: Hillebrand
Cathrin Bensch und ihre Tochter Elli haben die Chance genutzt, um sich von Klaus-Peter Wolf Autogramme zu besorgen. Foto: Hillebrand

Hilft es beim Spielen, wenn man Ihre Bücher kennt?

Wolf: Wir gehen natürlich davon aus, dass das viele von meinen Romanfans ausprobieren. Man kann das Spiel aber auch spielen, wenn man meine Bücher nicht kennt. Mir hat ein Buchhändler aus der Stadt Achim geschrieben, der immer mit Freunden und Nachbarn Escape-Spiele ausprobiert. Das „Ostfriesenspiel“ hat er jetzt extra mit Leuten getestet, die meine Bücher nicht kennen, während er selbst jeden Roman gelesen hat. Am Ende ist dann ausgerechnet er gescheitert (lacht).

Wie läuft das Spiel ab?

Wolf: Man wird darin zu Kommissar Weller, den ja viele lieben, und sitzt im Café ten Cate. Inhaber Jörg Tapper kommt dann zu ihm und überbringt einen Brief. Darin steht, dass jemand Wellers Tochter entführt hat. Ihm bleiben sechs Stunden Zeit, sie zu finden – ansonsten ist sie tot. Die Zeit verstreicht, während man versucht, die Rätsel zu lösen. Wer die Romane kennt, für den hat das natürlich eine höhere Bedeutung, weil man auch all die Orte und Personen kennt. Dahinter verbergen sich ja riesige Geschichten.

Dirk und Angelika Hartmann aus Schwerte bei Dortmund machte gerade in Ostfriesland eine Kur, als die beiden von der Veranstaltung im Lesezeichen hörten. Foto: Hillebrand
Dirk und Angelika Hartmann aus Schwerte bei Dortmund machte gerade in Ostfriesland eine Kur, als die beiden von der Veranstaltung im Lesezeichen hörten. Foto: Hillebrand

Im Krimi-Geschäft sind Sie mittlerweile sehr erfahren, auf dem Spielemarkt aber noch nicht so: Wie eng waren Sie beim „Ostfriesenspiel“ bei der Entwicklung mit dabei?

Wolf: Ich hätte das alleine nicht machen können. Das ist dann für mich wie beim Film: Man holt sich die Besten dafür und Jens Schumacher ist der beste Spieleentwickler und der geniale Ideengeber. Ich zeigte ihm die Orte und Figuren und verfasste eine kleine Geschichte darüber, was im Spiel passiert. Ich habe gestaunt, was er daraus gemacht hat. Bei der ersten Runde ist mir dann prompt Wellers Tochter gestorben. Das ist mir jetzt auch peinlich, aber so war‘s. Dann habe ich sofort noch einmal von vorne angefangen – und dann hat es geklappt.

Ihr Autorenkollege Sebastian Fitzek hat den Spielemarkt ja schon für sich entdeckt: Dürfen wir da auch von Ihnen noch mehr erwarten?

Wolf: Es hat Spaß gemacht, das „Ostfriesenspiel“ zu erfinden und was Spaß macht, führt man gerne weiter. Jens und ich haben schon Pläne. Wir müssen aber natürlich erst einmal gucken, wie die Fans das erste Spiel annehmen, auch wenn die ersten schon sagten: „Das hat noch gefehlt!“

Marlen und Uwe Queck aus Frankfurt am Main gehörten am Sonnabend ebenfalls zu den Besuchern. Foto: Hillebrand
Marlen und Uwe Queck aus Frankfurt am Main gehörten am Sonnabend ebenfalls zu den Besuchern. Foto: Hillebrand

In der Fernsehserie „Castle“, in der es um einen Krimi-Autoren geht, hat die Hauptfigur eine Spielerunde mit anderen Autoren: Wen würden Sie in Ihre perfekte Spielerunde holen – und was würden Sie spielen?

Wolf: Ich würde auf jeden Fall meine Frau Bettina Göschl mit reinnehmen, weil wir auch Spieleabende mit unseren Nachbarn Rita und Peter Grendel zusammen machen. Als weiteren würde ich gerne Tilman Röhrig dazunehmen, einen wunderbaren Autor historischer Romane. Wenn dann auch noch Jens dazukommt, verliere ich natürlich immer, weil er ja das „Ostfriesenspiel“ entworfen hat.

Auf dem Cover Ihres nächsten Romans „Ostfriesengier“ sind die Greetsieler Zwillingsmühlen abgebildet. Beide mit Flügeln, anders als in der Realität. Gerade werden Spenden für neue Flügel für die rote Mühle gesammelt: Blicken Sie da auf dem Cover einfach sehr optimistisch in die Zukunft oder haben Sie sich die Nummer für das Spendenkonto schon notiert?

Wolf: Ich blicke optimistisch in die Zukunft. Vor zwei Wochen war ich noch zu einem Fototermin dort.

Wie weit sind Sie eigentlich jetzt mit „Ostfriesengier“?

Wolf: Der Roman liegt fertig im Verlag. Ich muss noch nach Hamburg fahren, um das Hörbuch einzulesen, was ich immer mache. Das Hörbuch wird dann zusammen mit dem Roman am 31. Januar erscheinen.

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