Erneuerbare Energien Hinte und Krummhörn im Vergleich
Aktuell beschäftigen sich die Gremien in Hinte und der Krummhörn mit erneuerbaren Energien. Die Ergebnisse sind dabei unterschiedlich.
Krummhörn/Hinte - Viel diskutiert wurde jüngst in der Gemeinde Krummhörn, genauer: im Umweltausschuss, über mögliche Flächen für Photovoltaik und Windenergie. Auch hier genauer: Flächen sowohl auf dem Boden als auch auf Dächern für Sonnenenergie. Regenerative Energien waren zudem jüngst auch Thema in der Nachbargemeinde Hinte. Ein Vergleich.
Analyse: Windenergie ja, Photovoltaik später
Aktuell lässt die Gemeinde untersuchen, inwieweit es mögliche Flächen für den Bau von Windkraftanlagen gibt. Damit wird eine entsprechende Analyse aus dem Jahr 2014 aktualisiert. Der Wunsch, vor allem der Grünen, war es, diese Analyse noch um den Blick auf Freiland-Photovoltaik auszudehnen. Tatsächlich hatten die Grünen eine sogenannte Potenzialanalyse sowohl für Windenergie als auch für Sonnenenergie beantragt.
Die Gemeinde hatte die Analyse für Windenergie nur zwischenzeitlich schon selbst als Fortschreibung des alten Konzeptes auf den Weg gebracht. Dies nun noch um PV-Flächen zu erweitern, sei nach Aussage der Verwaltung schwierig. „Es war schon schwierig ein Planungsbüro für die Windenergie-Analyse zu finden“, so die zuständige Fachbereichsleiterin Ina Droll-Dannemann. Gerade seien Planungsbüros aufgrund vieler Aufträge schwierig zu bekommen.
Wie viel Windenergie?
Die jetzt laufende Untersuchung noch um Photovoltaik zu ergänzen, fand keine Mehrheit. Uneinigkeit herrscht bislang auch darüber, wie viele neue Windenergie-Anlagen in der Krummhörn entstehen sollen und welche Rolle die Erneuerung alter Anlagen spielen soll.
In der Gemeinde Hinte ist man hier etwas weiter. Hier ist die Potenzialstudie für Windenergie abgeschlossen und die Änderung der Flächennutzungspläne ist jetzt in der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit. Rund 208 Hektar, oder 4,9 Prozent der Gemeindefläche, sollen künftig als Sonderbauflächen für Windkraftanlagen zur Verfügung stehen. In der flächenmäßig deutlich größeren Krummhörn werden aktuell 2,4 Prozent der Gemeindefläche von 159 Quadratkilometern (rund 381 Hektar) für Windenergieanlagen genutzt. So die Angaben der Gemeinde.
Freiland-Photovoltaik
In der Gemeinde Hinte wurde jüngst ebenfalls die Änderung des Flächennutzungsplanes für den Solarpark Suurhusen auf den Weg gebracht. Auf einer rund 17 Hektar großen Fläche sollen auf 14 Hektar Solarmodule erbaut werden. Dabei handelt es sich um sogenannte Freiland-Photovoltaik.
In der Krummhörn möchten die Grünen dieses Thema auch diskutiert wissen. Eine öffentliche Ratsinformation durch einen Fachmann soll durch die Verwaltung organisiert werden. Aber es gibt Skepsis, denn: Freiland-Photovoltaik entsteht in der Regel auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Diese sind zwar minderer Qualität, dennoch gab es im Ausschuss der Gemeinde Krummhörn bedenken deswegen.
Photovoltaik auf Dächern
Offener ist man in der Krummhörn bezüglich der Installation von Photovoltaik auf Dächern. Hier seien schon viele öffentliche Gebäude mit entsprechenden Anlagen versehen. Allerdings würde der erzeugte Strom nicht für die Versorgung der jeweiligen Gebäude genutzt. Die installierten Photovoltaik-Anlagen auf den meisten öffentlichen Gebäuden gehören zur Bürgerenergie Hinte/Krummhörn. Hier wird der Strom ins öffentliche Netz eingespeist. Nur die Anlage auf dem Rathaus gehört der Gemeinde und nur hier werde der Strom direkt für das Gebäude genutzt.
Die Gemeindeverwaltung will nun zunächst bei größeren, noch Anlagen-freien Gebäuden prüfen, ob Photovoltaik-Module auf den Dächern möglich sind. Dies betrifft die Grundschule Pewsum, die Turnhalle in Loquard, den Bauhof – und eventuelle Neubauten.
In der Gemeinde Hinte hat man jüngst eine Vorschrift für privat(wirtschaftliche) Neubauten verabschiedet: Demnach soll bei künftigen Bebauungsplänen oder bei Änderungen dieser gelten, dass die nutzbaren Dachflächen zu mindestens 50 Prozent mit Solarmodulen ausgestattet werden.