Ermittlungen gegen Trump  Das Kalkül der Demokraten geht nicht auf

Thomas Ludwig
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Ein Kommentar von Thomas Ludwig
| 14.10.2022 16:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Immer noch ein Publikumsmagnet: der ehemalige US-Präsident Donald Trump vor wenigen Tagen bei einer Kundgebung in Nevada. Foto: picture alliance/dpa/Pool AP
Immer noch ein Publikumsmagnet: der ehemalige US-Präsident Donald Trump vor wenigen Tagen bei einer Kundgebung in Nevada. Foto: picture alliance/dpa/Pool AP
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Der ehemalige US-Präsident Donald Trump fährt juristische Schlappen ein. Dennoch droht das Kalkül seiner politischen Gegner nicht aufzugehen.

Nun aber könnte es für den ehemaligen US-Präsidenten eng werden. So hat der Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses zum Angriff auf das Kapitol vom 6. Januar 2021 Donald Trump persönlich zur Aussage vorgeladen. Das macht klar: Die mehrheitlich konservativen Richter des Supreme Court verstehen sich nicht als Marionetten Trumps. Sollte der Republikaner in dieser Sache angeklagt und verurteilt werden, kann er kaum darauf hoffen, mit einer Berufung Erfolg zu haben. Eine erneute Präsidentschaftskandidatur 2024 würde entsprechend unwahrscheinlich.

Vier Wochen vor den Zwischenwahlen, bei denen die Demokraten Umfragen zufolge ihre knappe Mehrheit im Repräsentantenhaus zu verlieren drohen, sind all das aber nicht notwendigerweise gute Nachrichten für das politische Lager von US-Präsident Joe Biden. Das Kalkül der Demokraten, eine nachhaltige Beschädigung Trumps schwäche auch die Republikaner, muss nicht aufgehen.

Denn für die Anhänger des Ex-Präsidenten ist alles, was sich gegen ihr Idol richtet, nur ein Indiz dafür, wie sehr die USA auf den Hund gekommen sind. Eine Verurteilung machte Donald Trump in den Augen vieler seiner Parteigänger zum Märtyrer – und auch als solcher dürfte er Konservative und Rechte im Land zur Stimmabgabe für die Republikaner an die Wahlurne locken.

Den Autor erreichen Sie unter mantel@zgo.de

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