Verkehr  Ärger wegen Emder Trogstrecken-Sanierung wächst

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 14.10.2022 14:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Dieses Bild entstand im Juli: Mit Farbe waren da die mehr als 50 Schadstellen in der gerade asphaltierten Fahrbahn markiert. Foto: Päschel/Archiv
Dieses Bild entstand im Juli: Mit Farbe waren da die mehr als 50 Schadstellen in der gerade asphaltierten Fahrbahn markiert. Foto: Päschel/Archiv
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Als wäre die Emder Trogstrecke gar nicht für Millionen saniert worden, steht schon wieder das Wasser wie früher in der wichtigen Verkehrsader. Das sagen Kritiker. Und die werden immer lauter.

Emden - Die Sanierung der Emder Trogstrecke sorgt weiter für Frust und Ärger. Im Juli wurden bereits Probleme auf der Dauerbaustelle in einer der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt festgestellt. Doch eine konkrete Lösung ist weiterhin nicht gefunden. Und so mehrt sich der Spott, dass der Trog, der für anfangs kalkulierte 5,5 Millionen Euro grundsaniert wurde und noch wird, schon wieder so einen Wassereinfluss hat wie vor Baubeginn.

Im Ratsausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt, der eigentlich nicht für die Trog-Sanierung zuständig ist, bohrte Andreas ten Hove (SPD) so energisch zum aktuellen Stand nach, dass Stadtbaurätin Irina Krantz schließlich eine Auskunft gab, die ihrer Meinung nach der Politik bereits bekannt war. Tatsächlich hatte die Pressestelle der Stadt dieser Zeitung schon vor knapp zwei Wochen dieselbe Antwort gegeben. Auch aktuell gelte: Es werde weiter an einer Lösung gearbeitet. „Erst, wenn diese vorliegt, können alle Fragen umfassend beantwortet werden. Dieses ist noch nicht der Fall“, erklärt Stadtsprecherin Theda Eilers an diesem Freitag auf Nachfrage.

Schon seit Wochen „auf der Zielgeraden“

Das Problem: Nach dem Einbau der Schutzschicht im ersten Bauabschnitt war es zu einer Blasenbildung und zu Hohlstellen im Belag gekommen. Mehr als 50 Hohlstellen wurden festgestellt. Da diese den Einbau der Deckschicht sowie eine dauerhafte, verkehrssichere Nutzung des Troges nicht möglich machen, wurde zunächst der Ausbau der Schutzschicht empfohlen. „Dies ist geschehen“, so Eilers. Momentan sei die Erforschung der Gründe, welche für das Schadensbild ausschlaggebend waren, noch nicht vollumfassend abgeschlossen.

„Man ist aber auf der Zielgeraden und an einer Lösung dran. Danach werden wir an die Öffentlichkeit gehen. Dafür bitten wir um Verständnis“, hieß es bereits am 22. September von der Pressestelle. Auch Irina Krantz sprach im Ausschuss jetzt davon, dass es eine „erste Idee“ gebe, man aber auf das Planungsbüro warten müsse. Die Hauptverantwortung für das Bauprojekt liegt bei dem Hamburger Ingenieurbüro Grassl, das sich mit dem Bau- und Entsorgungsbetrieb Emden (BEE) abspricht.

Im vergangenen Jahr hatte sich bereits herausgestellt, dass das Verfahren, mit dem das Betonbett aus 31 Einzelteilen und entsprechend vielen Fugen abgedichtet werden sollte, ungeeignet war. Es brauchte eine neue technische Lösung für das Bauwerk aus den 1970er Jahren. Die Schäden am Trog sind bereits seit dem Jahr 2011 detailliert erfasst. Das größte Problem ist das Wasser. Es dringt über diverse Schwachstellen ein. Seit Juli 2020 wird die Trogstrecke nun bereits saniert. Kritiker forderten kürzlich, die Südumgehung einfach zuzuschütten und die Straße höher zu legen. Sie ist eine der Hauptverbindungen in den Hafen. Andreas ten Hove meinte jetzt scherzhaft, dass im Trog schon wieder aufgrund der Wasserbildung Enten schwimmen würden und ob man nicht auch die Gänse, die im geplanten Baugebiet „Am Bind II“ in Petkum für Probleme sorgen, dorthin umsiedeln könnte.

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