Diskussion entfacht Sollen in Emden im Sommer drei Bäder offen bleiben?
Die Stadt will die Friesentherme im Sommer schließen, wenn das Freibad Borssum wieder geöffnet ist. Kritiker befürchten Einschränkungen für das Schulschwimmen.
Emden - Während die Sanierung des Freibades Borssum vorangeht, ist in Emden eine Diskussion um die künftigen Öffnungszeiten der beiden städtischen Bäder entbrannt. Ausgelöst hat sie Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos). Er kündigte vor einigen Tagen an, dass nach der Wiedereröffnung in Borssum das Hallenbad der Friesentherme künftig im Sommer zeitweise geschlossen bleiben soll.
Was und warum
Darum geht es: die Öffnungszeiten der Emder Bäder im Sommer und die Sanierung des Freibades Borssum
Vor allem interessant für: alle, die gerne schwimmen und baden gehen, sowie Eltern, Schüler und Schwimmsportler
Deshalb berichten wir: Der Emder Oberbürgermeister Tim Kruithoff hat eine Schließung der Friesentherme in den Sommermonaten angekündigt. Das ist nicht unumstritten. Außerdem verkündete die Stadt den Eröffnungstermin des Freibades Borssum. Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de
Dieser Schritt stößt beim Stadtelternrat der Emder Schulen und beim Stadtsportbund auf Bedenken. Beide Institutionen befürchten Einschränkungen beim Schwimmunterricht für Kinder. Der habe in den vergangenen Jahren ohnehin schon schwer gelitten und sei notwendiger denn je, heißt es.
Oberbürgermeister verteidigt die Entscheidung
Der Oberbürgermeister hat unterdessen die Entscheidung verteidigt. Sie sei vom Aufsichtsrat der städtischen Tochtergesellschaft Wirtschaftsbetriebe Emden einvernehmlich getroffen worden, sagte er dieser Zeitung. In diesem Gremium sind auch die Fraktionen und Gruppen des Stadtrates vertreten. Das bedeutet, dass die Entscheidung auch politisch mitgetragen wird. Im Sportausschuss des Rates, der sich am Mittwoch mit der Sanierung des Freibades Borssum befasste, war die Schließung kein Thema.
Kruithoff begründete die Sommer-Schließung der Friesentherme gegenüber dieser Zeitung vor allem mit dem Mangel an ausgebildeten Bademeisterinnen und Bademeistern. Dieses Problem haben Bäder gegenwärtig vielerorts in Deutschland. Der Oberbürgermeister wies aber auch auf die Energiekrise hin: „Wenn wir darüber reden, die Straßenbeleuchtung auszuschalten, wird es eine spannende Debatte, drei Bäder über den Sommer offen zu lassen“, sagte er.
Saunabetrieb in der Friesentherme läuft weiter
Für 2023 sei eine Schließung der Friesentherme von Mitte Mai bis zum Ende der Sommerferien am 16. August geplant. Der Saunabetrieb ist davon ausgenommen. Der Schwimmunterricht der Schulen soll bis zu dem Beginn der Sommerferien in das von einem Förderverein betriebene Van-Ameren-Bad und das städtisch geführte Freibad Borssum verlagert werden.
Beide Freibäder sollen sich die Aufgabe des Schulschwimmens teilen, um nicht in Konkurrenz zueinander zu treten. Laut Kruithoff mache es „auch keinen Sinn, beispielsweise Klassen der Oberschule Herrentor nach Borssum zu karren, obwohl das Van-Ameren-Bad quasi vor der Tür liegt“. Gespräche mit den Betreibern des Freibades an der Kesselschleuse habe er jüngst geführt. Dort sei man zuversichtlich, das organisatorisch leisten zu können.
Sanierung im Zeitplan und im Kostenrahmen
Kruithoff wies zugleich darauf hin, dass jeweils im Sommer auch die jährlichen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten in der Friesentherme anstünden und das Bad dafür ohnehin einige Wochen lang geschlossen bleiben müsse. Auch in diesem Jahr sei das zwischen Mitte Juli und Anfang August so gewesen.
Unterdessen geht die im Februar begonnene Sanierung des Freibades Borssum voran. Laut Kruithoff und der Projektleiterin Lydia Reimann vom städtischen Fachdienst Schule und Sport liegen die Arbeiten bislang im Zeitplan und im Kostenrahmen. Gegenwärtig präsentiert sich das Gelände am Wykhoffweg als Großbaustelle „mit allen Herausforderungen, die damit verbunden sind“, so der OB.
Borssumer Bad soll im Mai wieder aufmachen
Mittlerweile steht auch der Termin für die Wiedereröffnung. Am 27. Mai, dem Sonnabend vor Pfingsten, sollen die ersten Besucher dort ihre Bahnen ziehen können. Bleibt es dabei, wäre es das erste Mal seit 2016 und das Ende eines von vielen Rückschlägen und Hiobsbotschaften geprägten Kapitels der Stadtgeschichte.
Rund 3,6 Millionen Euro sind für die Generalsanierung veranschlagt, ein großer Teil dieser Summe fließt als Zuschuss aus Berlin. Zunächst waren etwa 3,3 Millionen Euro kalkuliert worden. Im Dezember des vergangenen Jahren hatte der Rat weitere 260.000 Euro für das Vorhaben freigegeben und damit die letzte Hürde für das Projekt beseitigt.
Um Kosten zu sparen und die Attraktivität des Bades zu steigern, wird auf das Engagement eines Fördervereins gesetzt. Dessen Mitglieder haben in den vergangenen Monaten wiederholt schon unter Beweis gestellt, dass sie anpacken können. Die Zusammenarbeit mit der Stadt, deren Wirtschaftsbetrieben und dem Pächter GMF soll in einem Betreiberkonzept geregelt werden. Daran wird derzeit noch gearbeitet.
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