Hamburg, Toulouse  Einmalige Auktion: So können Sie sich ein Stück eines A380 nach Hause holen

Patrick Kern
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Von Patrick Kern
| 10.10.2022 18:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Flugzeug-Fans können sich Teile des A380-Interieurs ersteigern. Foto: dpa/Christian Charisius
Flugzeug-Fans können sich Teile des A380-Interieurs ersteigern. Foto: dpa/Christian Charisius
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Ein Flugzeug der Superlative kommt unter den Auktionshammer: Das Interieur einer ausgemusterten Airbus A380 wird von Donnerstag bis Samstag für den guten Zweck versteigert. Neben Serienteilen können auch speziell angefertigte Unikate gekauft werden.

Für Flugzeug-Liebhaber könnte diese Woche ein langersehnter Traum in Erfüllung gehen: Von Donnerstag, 13. Oktober, bis Sonnabend, 15. Oktober, werden rund 500 Originalteile aus der Airbus A380-Reihe an Fans aus der ganzen Welt versteigert. Das Auktionshaus Marc Labarbe bringt die Gegenstände vor Ort in Toulouse sowie im Internet zum Aufruf. Teilnehmen kann jeder, der Interesse an der Ausstattung der größten Serienflugzeuge im zivilen Luftverkehr hat.

Die Auswahl ist groß: Es gibt kleine Objekte wie Taschenlampen oder Teekannen, für die vor der Auktion 100 bis 300 Euro veranschlagt werden, aber auch große Dinge wie eine komplette Sitzreihe mit integriertem Bildschirm aus der Economy-Klasse (Schätzwert bei 1000 bis 2000 Euro) oder ein ganzes Waschbecken aus Kunstmarmor (Schätzwert bei 2000 bis 3500 Euro).

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Auch eine Bar, eine Treppe und der orangefarbene Anzug eines A380-Testpiloten im Originalzustand werden verkauft. „Einige Gegenstände sind sogar von zeitgenössischen Künstlern bemalt, um sie einzigartig zu machen“, erklärt Airbus-Sprecher Daniel Werdung und ergänzt: „Andere sind Unikate aus dem A380-Rohmaterial, insbesondere aus Kohlefaser, das zur Herstellung von Skateboards und Surfbrettern verwendet wurde. Diese können ebenfalls ersteigert werden.“

Die meisten Gegenstände stammen aus der A380 MSN13, die am 23. Oktober 2008 vom Airbus-Standort Hamburg-Finkenwerder nach Dubai flog und dort von Emirates in den Dienst gestellt wurde. In Finkenwerder werden unter anderem die Strukturmontage, die Ausrüstung der Rumpfsektionen und die Endmontage sowie Testflüge von Airbus-Maschinen durchgeführt. Aber auch das Interieur anderer A380-Maschinen wird angeboten.

Knapp zwölf Jahre lang beförderte die MSN13 als eine der ersten in Dienst gestellten A380-Maschinen bis zu 489 Passagiere auf Langstreckenflügen mit Zielen wie Hongkong, New York, Melbourne und Moskau. Am 27. Oktober 2020 hob sie ein letztes Mal von Dubai zum französischen Flughafen Lourdes ab, um dort nachhaltig demontiert zu werden.

Von den A380, für die Airbus Deutschland 2002 ursprünglich eine Lebensdauer von bis zu 30 Jahren angegeben hatte, werden immer wieder einige vorzeitig aus dem Verkehr gezogen, weil sich andere Modelle wie der kleinere A350 als rentabler erweisen.

Die Online-Versteigerung sollte schon im Juni stattfinden, musste wegen aufwändiger Gegenstandsdokumentationen aber in den Herbst verschoben werden. Sie beginnt nun am Donnerstag, 13. Oktober, um 14.30 Uhr unter www.interencheres.com. Der Großteil des Erlöses geht an die Airbus Foundation, die damit humanitäre Projekte finanziert.

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