Wahldebakel der FDP Schluss mit dem Gejammer!
Am Tag danach wirkt Christian Lindner ratloser als je zuvor. Das Ausscheiden aus dem niedersächsischen Landtag ist der nächste Tiefschlag für die FDP und ihren Chef.
Die Ampel als Ganze habe an Legitimation verloren, sagt Christian Lindner am Montag. Allerdings grenzt der Versuch, die Schuld für das FDP-Wahldesaster auch bei SPD und Grünen abzuladen, an Realitätsverweigerung. Lindner sollte sich davor hüten, den Weg der Anti-Ampel-Partei fortzusetzen.
Nicht alle Probleme der Liberalen sind selbstgemacht. In einer Zeit harter Krisen ist ein starker und helfender Staat gefragt. Da hat es eine Partei schwer, die auf Selbstverantwortung setzt. Dass Lindner bei den geplanten Entlastungen aber immer wieder auf der Bremse stand, hat auch Teile der Kernklientel verprellt.
Ein desaströses Bild geben die Liberalen auch mit Blick auf den Ukraine-Krieg und Russlands Präsidenten Putin ab: Vorstandsmitglied Agnes Strack-Zimmermann ruft quasi täglich nach Kampfpanzern für Kiew – Wolfgang Kubicki will Nordstream 2 anschmeißen.
Dabei ist Lindners Ansatz ja der richtige, in der Ampel gegenüber SPD und Grünen das Liberale zu stärken, auf Selbstverantwortung zu setzen, so wie es in der Corona-Politik auch in Teilen gelungen ist. Dafür muss er jetzt den Laden zusammenhalten und mit dem Gejammer über die Koalitionspartner aufhören. Sonst ergeht es der FDP wie der SPD in der letzten Groko: Die hatte zwar eine ziemlich rote Agenda durchgedrückt, sich aber trotzdem fast selbst zerfleischt.
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