Wetter in Ostfriesland Sonne, Regen und Bodenfrost – September bot von allem etwas
Viel Sonnenschein, viel Niederschlag und ein Temperatursturz: Der September erweist sich im Rückblick als „typischer Wechselmonat“. Der Herbst begann.
Ostfriesland - Viel Regen, viel Sonne, etwas Sturm und der erste Bodenfrost: In puncto Wetter hat sich der September als „ein typischer Wechselmonat“ im Übergang vom Sommer zum Herbst gezeigt. Dieses Fazit zieht Jörg Deuber vom Deutschen Wetterdienst (DWD) nach der Auswertung der Daten, die die Wetterstation am Emder Flugplatz im vergangenen Monat lieferte.
Begonnen hatte der September so, wie der August endete: sommerlich. In der ersten Woche gab es noch zwei Tage mit Temperaturen über 25 Grad Celsius. Nach Lesart der Meteorologen gelten sie als Sommertage. Am wärmsten war der 5. September mit dem Höchstwert von 27,7 Grad. „Für den Wechselmonat ist das aber völlig normal“, sagt Deuber. Am Tag davor zeigte das Thermometer 25,2 Grad an. Heiße Tage mit mehr als 30 Grad gab es nicht mehr.
Von Sommertagen zum Bodenfrost
Etwa zur Mitte des Monats setzte sich der Herbst durch - zurecht, denn am 23. September ging er auch offiziell an den Start. Die tiefste Temperatur brachte der 29. September. An diesem Tag sank die Quecksilbersäule auf 1,6 Grad und wenige Zentimeter über dem Erdboden auch leicht unterhalb des Gefrierpunktes. Die ersten Nächte mit Bodenfrost dieses Herbstes registrierte die Messstation aber schon am 21., 22. und 28. September mit Temperaturen von minus 0,2 bis 0,5 Grad.
Unter dem Strich machte der September mit der Durchschnittstemperatur von 14,2 Grad eine Punktlandung. Denn dieser Wert entspricht exakt dem langjährigen und national gültigen Mittel, dem die Daten aus den Jahren 1961 bis 1990 zugrunde liegen.
Fast doppelt so viel Regen
Ganz anders war es bei den Niederschlägen - der September war regenreich. An 19 Tagen fielen insgesamt 131,6 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel. Das sind fast doppelt so viel wie das langjährige Mittel von 69,4 Liter. „Das ist schon bemerkenswert“, sagt der DWD-Mitarbeiter. Er befürchtet, „dass das bei Landwirten nicht gut ankommt“. Denn sie bekämen es bei der Maisernte mit nassen Böden zu tun. Regenreichster Tag war der 26. September mit 18,8 Litern pro Quadratmeter.
Grund für die vielen Niederschläge in der zweiten Monatshälfte war nach Angaben von Deuber ein Tief, das sich hartnäckig über der Nordsee hielt. „Manche Wolke haben wir deshalb dreimal gesehen“, so der DWD-Mitarbeiter scherzhaft. Denn die Wolken drehen sich gegen den Uhrzeigersinn um den Kern des Tiefs. So sei eine Wolkenspirale entstanden, die sich um sich selbst gedreht habe.
Die Sonne ließ sich häufig blicken
Auf Regen folgt Sonnenschein, sagt eine Redensart. Und davon gab es im September auch reichlich. Denn die Sonne ließ sich an 28 Tagen blicken - am längsten in den ersten Tagen des Monats. Sie brachte es auf insgesamt 171,2 Stunden. Das sind 31,1 Stunden mehr als der langjährige Durchschnittswert. „Das hat bei den Menschen auch den Vitamin-D-Spiegel erhöht“, so Deuber. Das sei eine gute Vorbereitung auf trübere Zeiten.
Im Zusammenspiel von Regenschauern und Sonnenschein waren im vergangenen Monat häufig Regenbögen zu sehen. Bei sehr hellem Himmel vor Regenwolken sei mindestens einmal über dem kräftigen Hauptregenbogen auch ein sogenannter Nebenregenbogen sichtbar geworden, hat der DWD-Mitarbeiter beobachtet. Dieser stamme aus Regentropfen, in denen das Sonnenlicht zweimal reflektiert wird, sei lichtschwächer und habe wegen der doppelten Reflexion beziehungsweise Spiegelung die umgekehrte Farbfolge.
Der Wind hatte an drei Tagen Sturmstärke
Auch der Wind half dem Herbst im September auf seinem Vormarsch. Am stärksten blies er am Wochenende vom 16. bis zum 18. September mit Geschwindigkeiten zwischen 17,8 und 18,2 Metern pro Sekunde. Diese Werte entsprechen der Windstärke acht, die meteorologisch als Sturm gelten. „An der Küste und auf den Inseln könnte es noch ein bisschen pustiger gewesen sein“, sagt Deuber. Eine halbe bis eine Windstärke mehr seien dort drin gewesen.
Beim Ausblick auf die kommenden Wochen hat der Wetterexperte ein paar Tipps für Autofahrer in Ostfriesland parat. Sie sollten einen Termin für den Reifenwechsel vereinbaren und schon einmal den Eiskratzer bereitlegen, empfiehlt er. Und fügt hinzu: „Für den Fall der Fälle.“
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