Keine Entspannung  In Leer fehlen weiter rund 200 Kinder-Betreuungsplätze

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 06.10.2022 09:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In Leer fehlen weiterhin knapp 200 Kinderbetreuungsplätze. Symbolfoto: Anspach/dpa
In Leer fehlen weiterhin knapp 200 Kinderbetreuungsplätze. Symbolfoto: Anspach/dpa
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Auch nach Beginn des neuen Kindergartenjahres im August ist die Lage bei der Kinderbetreuung in Leer hochangespannt. Entspannung ist zwar in Sicht, aber keine große.

Leer - Die Welle der Leeraner Kinderbetreuungsnot schwappt jetzt sogar bis ins 13 Kilometer entfernte Jemgum. Die dortigen Kindergärten bekämen Anfragen von verzweifelten Eltern aus Leer, hatte Joachim Bugiel, Geschäftsführer des Freundeskreises Kindergarten Niederrheiderland, kürzlich berichtet. Im Juli hatte Landrat Matthias Groote (SPD) der Redaktion gesagt, dass in Leer 118 Kindergarten- und 62 Krippenplätze fehlten.

Das sieht drei Monate später nicht besser aus: „Gemäß einer Auswertung von Anfang September fehlten 67 Krippenplätze 126 Kindergartenplätze“, teilte die Kreisverwaltung, die seit diesem Kindergartenjahr in Leer wieder für die Kinderbetreuung zuständig ist, Ende vergangener Woche mit. Pressesprecherin Annika Krämer betonte, dass nicht jeder fehlende Platz gleichzeitig ein unversorgtes Kind bedeute.

Neue Plätze im kommenden Jahr

So gebe es Kinder, die derzeit von einer Tagesmutter betreut würden, deren Eltern sich aber einen Kindergartenplatz wünschten. 34 Kinder seien zwar schon angemeldet, brauchen ihren Platz aber erst im kommenden Jahr. Andere Kinder haben derzeit schon einen Vormittagsplatz, bräuchten aber einen Ganztagsplatz.

Die Situation sähe noch schlimmer aus, wenn nicht die Container an der Breslauer Straße die zum Kindergarten Hummelnest gehören, ein weiteres Jahr genutzt würden. Sie waren im Sommer 2021 aufgestellt worden und sollten zunächst nur ein Jahr lang einen provisorischen Platz für 50 Kinder bieten. Ebenfalls geholfen habe, dass die Kinderkrippe Bullerbü im August eine provisorische Kindergartengruppe mit zehn Kindern eingerichtet habe, so Krämer. Ende des Jahres, spätestens aber Anfang des kommenden Jahres werde die Kinderkrippe Lüttje Toornswaalkes 25 provisorische Kindergartenplätze durch eine Containerlösung einrichten.

Weitere Kindergärten geplant

Der Landkreis arbeite darüber hinaus auch an der Schaffung von langfristigen Plätzen. Ein Interessenbekundungsverfahren sei eingeleitet worden. Mit einem solchen Verfahren verschafft sich eine staatliche Stelle, in diesem Fall der Landkreis, den Überblick, ob es Anbieter gibt, die eine öffentliche Aufgabe, hier die Kinderbetreuung, übernehmen wollen. Die beim Landkreis eingegangenen Angeboten würden derzeit ausgewertet, so Krämer.

Bis zum Ende des vergangenen Kindergartenjahres hatte noch die Stadt – wie auch alle anderen Kommunen im Landkreis – für den eigentlich zuständigen Landkreis die Kinderbetreuung übernommen. Weil man sich nach jahrelangen Verhandlungen nicht auf die Höhe der Beteiligung des Kreises an den Betriebskosten einigen konnte, hat die Stadt den Vertrag mit dem Landkreis gekündigt. Die anderen Kommunen haben sich mit dem Landkreis einigen können.

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