Hamburg Was hinter Elon Musks Rückzieher vom Rückzieher steckt
Auch wenn Elon Musk sein Übernahmeangebot für Twitter erneuert hat: Hinter dem Rückzieher des Milliardärs steckt zunächst ein taktischer Schachzug. Ob der Deal über die Bühne geht, steht noch nicht fest.
Erst wollte der exzentrische Milliardär Elon Musk den Kurznachrichtendienst Twitter für 44 Milliarden Dollar kaufen, dann vom bereits unterschriebenen Kaufvertrag zurücktreten. Und nun? Kommt der Rückzieher vom Rückzieher – das Angebot steht laut Musk wieder. Der Tesla-Chef hat offenbar eingesehen, dass er auf dem zuletzt eingeschlagenen Weg nicht um den Deal herumkommt. Ob die Übernahme nun wirklich über die Bühne geht, steht jedoch auf einem anderen Blatt.
Vieles deutet darauf hin, dass Musk mit seiner jüngsten Kehrtwende vor allem den für Mitte Oktober angesetzten Gerichtsprozess verhindern will, mit dem Twitter auf die Übernahme pocht. Kein Wunder, denn ohne neue Argumente dürfte Musk vor Gericht eine klare Niederlage drohen. So ein öffentliches Schauspiel samt richterlich angeordnetem Kaufvollzug möchte sich der reichste Mensch der Welt offensichtlich ersparen – und lässt über seine Anwälte mitteilen, dass er Twitter übernimmt, wenn denn der Prozess ausgesetzt wird. Taktisch ist das durchaus clever, ein klares Bekenntnis zum Kauf ist es nicht. Ob Twitter da mitspielt?
Noch hat der Milliardär ohnehin einen Notausgang, denn Musk hat zur Finanzierung der Übernahme externe Geldgeber ins Boot geholt. Angesichts der jüngsten Entwicklung und der Perspektive der Weltwirtschaft ist es durchaus möglich, dass diese ihre Zusagen zurückziehen. Wenn Musk die Übernahme nicht finanzieren kann, platzt der Deal. Die Twitter-Übernahme gleicht seit Monaten einer Achterbahnfahrt – und die Fahrt ist noch nicht beendet.