Melly Doden hat große Pläne  Aurich feiert im Mai den 8. Christopher Street Day

Marion Luppen
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Von Marion Luppen
| 04.10.2022 20:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am 10. September feierten mehr als 400 Menschen in Aurich den 7. Christopher Street Day. Fotos: Mühring
Am 10. September feierten mehr als 400 Menschen in Aurich den 7. Christopher Street Day. Fotos: Mühring
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Noch dreimal will Melly Doden den Christopher Street Day in Aurich organisieren, dann ist Schluss. Schon jetzt schmiedet die 42-Jährige große Pläne für den Jubiläums-CSD 2025.

Aurich - Nach dem CSD ist vor dem CSD: Am 10. September haben in Aurich mehr als 400 Menschen unter dem Motto „Liebe leben“ den 7. Christopher Street Day (CSD) gefeiert. „Wir sind noch lange nicht müde“, schreibt das Orgateam auf Facebook. Der 8. CSD in Aurich werde am 20. Mai 2023 begangen. Dieses Datum bestätigt Hauptorganisatorin Melly Doden. Sie habe die Demo für diesen Tag schon angemeldet. Als Ort für die anschließende Kundgebung habe sie in Absprache mit der Stadt erneut den Bürgermeister-Hippen-Platz beim Rathaus gewählt, sagt die 42-Jährige. Sie habe dazu viele positive Rückmeldungen bekommen. „Für uns, für die Künstler, es war alles stimmig. Das würden wir gerne wieder so machen.“

Doden hat sich 2014 einen Traum erfüllt und den ersten CSD Ostfrieslands in ihre Heimatstadt Aurich geholt. Auch bei den folgenden sechs Auricher CSDs liefen bei ihr die Fäden zusammen. Weltweit treten im Frühling und im Sommer Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle für Respekt, Akzeptanz und gegen Ausgrenzung ein. Der CSD erinnert an einen Aufstand von Homosexuellen gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street im Juni 1969.

„Unfassbar viel Arbeit“

Noch dreimal will Doden den Auricher CSD organisieren und dann die Verantwortung in andere Hände geben. „2025 wird definitiv mein letzter CSD werden“, sagt sie. „Dann ist es für mich auch wirklich gut gewesen.“ Das Orgateam wisse Bescheid und sei darauf vorbereitet. Sie werde dem Team selbstverständlich weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen, aber die Hauptverantwortung wolle sie nach zehn Durchgängen abgeben. Die Organisation mache „unfassbar viel Arbeit“ und sei neben einem Vollzeitjob fast nicht zu schaffen. Dennoch werde ihr auch etwas fehlen und sie sei froh, sich lange auf den Abschied vorbereiten zu können.

Bei Melly Doden laufen die Fäden zusammen. Sie will bis 2025 weitermachen.
Bei Melly Doden laufen die Fäden zusammen. Sie will bis 2025 weitermachen.

Der 10. und Dodens letzter CSD in Aurich wird ein ganz besonderer. Er fällt mit dem 100. Geburtstag von Karl Heinrich Ulrichs zusammen und soll daher möglichst Ende August gefeiert werden. Ulrichs wurde am 28. August 1825 in Aurich geboren. Er gilt als Vordenker und -kämpfer der heutigen Lesben- und Schwulenbewegung. Nach ihm ist der Platz bei der Sparkassen-Arena benannt. Am 10. September wurde dort eine Gedenktafel zu seinen Ehren enthüllt. „Wir wollen was richtig Tolles auf die Beine stellen“, sagt Doden. „Wir sind in Gesprächen mit Italien, wo Karl Heinrich Ulrichs gestorben ist und begraben liegt.“ Auch dort gebe es Pläne, eine Veranstaltung zu seinem 100. Geburtstag zu machen.

Auch Emden plant einen CSD

Wieso variieren die Termine des Auricher CSD so stark? Die ersten beiden waren im August, dann wechselte der CSD in den Mai, 2018 wieder in den August, 2022 in den September und jetzt wieder in den Mai. Die Termine hingen immer davon ab, wann das Orgateam Zeit finde, sagt Doden. Sie selbst wolle zum Beispiel nächstes Jahr heiraten, daher scheide der Juli aus, auch für Vorbereitungen.

Außerdem müsse man sich mittlerweile mit immer mehr CSDs in der Region abstimmen. In diesem Jahr hatte es eine Terminkollision mit dem CSD Emsland in Papenburg gegeben. Das wird diesmal nicht passieren. Im Juni gibt es einen CSD in Wilhelmshaven, im Juli in Leer, und auch Emden will 2023 zum ersten Mal einen veranstalten, voraussichtlich auch im Juli oder August. Doden freut sich, dass es immer mehr Veranstaltungen dieser Art in Ostfriesland gibt. „Man sorgt so für mehr Sichtbarkeit. Aurich war der erste CSD in Ostfriesland. Das nimmt uns ja keiner.“ Sie habe den Emdern Hilfe angeboten. „Die fangen jetzt an, wie ich vor acht Jahren angefangen habe.“

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