Osnabrück Entfesselt Putin die nukleare Katastrophe in Europa?
Es gibt offenbar Anzeichen, dass Russlands Präsident einen taktischen Atomschlag in der Ukraine vorbereiten lässt. Kiew und die Alliierten dürfen Europa aber um nichts in der Welt in die Katastrophe schlittern lassen.
Hat der russische Präsident damit begonnen, strategische Streitkräfte, die einen Militärschlag mit atomaren Waffen verüben können, in Richtung der Ukraine zu verlegen? Noch sind es Gerüchte. Doch entsprechende Anzeichen könnten darauf hindeuten.
Das muss in Kiew und bei den ukrainischen Verbündeten alle Alarmsirenen schrillen lassen. Ein von Wladimir Putin befohlener Einsatz taktischer Atomwaffen auf dem Schlachtfeld als Akt der Verzweiflung ist angesichts sich häufender militärischer Rückschläge und Probleme bei der Mobilisierung frischer Soldaten längst nicht mehr unwahrscheinlich.
Europa droht damit in eine militärische Katastrophe ohnegleichen zu schlittern. Wenn der Westen nicht in einen Krieg hineingezogen werden will, ist es an der Zeit auf Kiew dahingehend einzuwirken, einem Waffenstillstand auch dann zuzustimmen, wenn das bedeutet, die von Russland geschaffenen Tatsachen zumindest vorerst zu akzeptieren und den Konflikt einzufrieren.
Kiew hat nicht nur eine Verantwortung dem eigenen Volk gegenüber, sondern auch gegenüber dem gesamten europäischen Kontinent. Entsprechend muss Präsident Wolodymyr Selenskyj seine Rhetorik von der Rückeroberung besetzter Gebiete mäßigen. Auch ein soeben erlassenes Dekret, das Gespräche mit Putin verbietet, ist wenig zielführend.
Der Traum, die von Russland annektierten Gebiete zurück zu erobern, ist unter den gegebenen Umständen nicht realisierbar. Das damit verbundene Risiko einer nuklearen Eskalation wäre einfach zu hoch.
Deshalb sind auch Gedankenspiele, wie sie der Ex-Nato-Oberbefehlshaber in Afghanistan, David Petraeus, anstellt, nämlich im Falle eines taktischen Atomschlags gegen die Ukraine alle konventionellen Streitkräfte Russlands einschließlich der Schwarzmeer Flotte durch die US-Luftwaffe zu vernichten, leichtsinnig.
Vielmehr muss der Westen endlich alle diplomatischen Hebel hinter den Kulissen in Bewegung setzen, um im Ukraine-Krieg für eine Verschnaufpause zu sorgen. Vielleicht lässt sich so auch China zu dem Signal an Moskau bewegen: Treibt es nicht zu weit! Klare Worte aus Peking würde Putin kaum in den Wind schlagen können.