Angesichts aller Krisen  Emder Rat streitet sich über geplanten 400.000-Euro-Brunnen

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 03.10.2022 16:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
An diesem Montag wurde der Henri-Nannen-Platz beim Malschul-Fest optimal ausgenutzt. Die Stadtverwaltung wünscht sich eine weitere Aufwertung durch eine Maßnahme wie beispielsweise einen Brunnen. Foto: Hanssen
An diesem Montag wurde der Henri-Nannen-Platz beim Malschul-Fest optimal ausgenutzt. Die Stadtverwaltung wünscht sich eine weitere Aufwertung durch eine Maßnahme wie beispielsweise einen Brunnen. Foto: Hanssen
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Die Stadt schlägt vor, den Henri-Nannen-Platz durch einen Brunnen aufzuwerten. Die Ratsmitglieder hielten das für unpassend. Nach hitziger Diskussion gab es eine knappe Entscheidung.

Emden - Ausgerechnet über die Errichtung eines Brunnens haben sich die Mitglieder des Emder Rates bei der jüngsten Zusammenkunft ausgiebig gestritten. Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) meinte irgendwann, dass es ihm schon fast unangenehm sei, dass so lange diskutiert werde, während es so viele andere Probleme gebe. Allerdings: Die Stadtverwaltung hatte den Punkt auf die Tagesordnung gesetzt.

Darin wird vorgeschlagen, das Förderprogramm „Grünes Band“, durch welches bereits Projekte auf dem Wall wie etwa der Sportparcours und der Mühlen-Spielplatz umgesetzt wurden, fortzuschreiben. Damit soll nicht nur der Vorplatz des rundum sanierten Festspielhauses am Wall schön gestaltet, sondern auch der Henri-Nannen-Platz vor der Kunsthalle mit einem Brunnen aufgewertet werden. 800.000 Euro soll die Begrünung des Theater-Vorplatzes kosten und 400.000 Euro der Brunnen. Ein Drittel der Kosten muss die Stadt tragen.

Sehr knappe Abstimmung

Die Vorplatz-Verschönerung wurde einstimmig beschlossen. Nicht nur die Gruppe „Grünen feat. Urmel“ aber hatte viele Bedenken zum Brunnen-Vorschlag. Es werde nicht klar, inwieweit ein Brunnen der Naherholung nützen solle, meinte Christian Nützel. Bernd Renken sprach davon, dass man Investitionen priorisieren müsse. Die Grünfläche auf der Hahn‘schen Insel sei in einem „guten Zustand“ und erst vor ein paar Jahren aufgewertet worden durch das Sonnensegel. „Wieso will man noch mehr?“, fragte er. Am Ende seien es die Steuerzahler, die die Kosten tragen.

Maria Winter, SPD-Fraktionsvorsitzende, meinte ebenfalls, dass die Folgekosten auch mitgedacht werden müssten. Weil diese zu hoch geworden waren, hatte man beispielsweise den Brunnen vor dem Ostfriesischen Landesmuseum abgebaut, sagte Kruithoff. Jochen Eichhorn, Vorsitzender der Wählergemeinschaft GfE, meinte, dass die Kosten für die Errichtung eines Brunnens auch explodieren könnten. Der Preis für das Wasserspiel auf dem Neuen Markt sei von angedachten 10.000 Euro auf fast 200.000 Euro gestiegen. Tatsächlich waren es knapp 160.000 Euro geworden.

Tim Kruithoff erklärte, dass „Brunnen“ erst einmal ein Arbeitstitel für Maßnahmen auf dem Henri Nannen-Platz sei. Man könnte beispielsweise einen Trinkwasserbrunnen errichten lassen. Das Geld müsse auch nicht zwangsläufig in Gänze ausgegeben werden. „Es ist erst einmal eine Grundsatzentscheidung“, meinte auch Gerold Verlee, CDU-Fraktionsvorsitzender. Über Details könne man danach diskutieren. Die Stadt wolle den Platz vor der Kunsthalle, die ein Leuchtturm für Emden sei, aufwerten, um mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen. Schließlich wurde sehr knapp für die Maßnahme gestimmt: mit 18 Ja-Stimmen. Es gab eine Enthaltung und 16 Nein-Stimmen.

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