Berlin  Sahra Wagenknecht, bitte helfen Sie Friedrich Merz

Mark Otten
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Von Mark Otten
| 30.09.2022 18:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Sahra Wagenknecht ist ein echter Social-Media-Profi - da kann manch ein Politiker noch was lernen. Foto: dpa-Zentralbild
Sahra Wagenknecht ist ein echter Social-Media-Profi - da kann manch ein Politiker noch was lernen. Foto: dpa-Zentralbild
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Friedrich Merz und Hubert Aiwanger zeigen, dass nicht jeder Politiker ein Social-Media-Profi ist. Das muss sich ändern. Sahra Wagenknecht, übernehmen Sie!

Soziale Medien sind für viele politische Entscheidungsträger eine ziemlich tolle Sache. Immerhin haben Tweets, Facebook-Einträge, Instagram-Fotos oder Youtube-Clips einen großen Vorteil gegenüber Reden, Debatte und Interviews: Man wird einfach alles los, ganz ohne Unterbrechungen und Widerworte. Störende Nachfragen zu Details oder zur Finanzierbarkeit von Ideen stehen höchstens in den Kommentaren – und die kann man ja getrost ignorieren. Oder wie es offiziell gerne heißt: Zur Beantwortung bleibt im stressigen Politalltag leider keine Zeit.

Doch auch im Jahr 2022 beherrscht nicht jeder Politprofi die digitale Klaviatur der sozialen Netzwerke. Nehmen wir CDU-Chef Friedrich Merz. Der hatte den Flüchtlingen aus der umkämpften Ukraine „Sozialtourismus“ vorgeworfen – und dabei mutmaßliche Fake-News aufgegriffen, die sich offenbar per WhatsApp und TikTok verbreiten. Dabei lernen doch schon Schüler beim Umgang mit diesen Plattformen: immer auf die Quelle achten.

Mit einem Quellenproblem der anderen Art hat der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) zu kämpfen. Auf Twitter kommentierte er seinen eignen Beitrag recht überraschend mit den Worten: „Herr Aiwanger, wir bräuchten mehr Politiker wie Sie, mit Verstand und Pragmatik. Mit dem Ohr am Bürger.“ Ein Lothar Matthäus hätte es kaum besser machen können.

Hatte Aiwanger etwa vergessen, das Lob unter anderem Namen vom heimlichen Zweit-Twitter-Konto zu senden? Oder war er, wie Aiwanger argumentierte, nur daran gescheitert, die tatsächliche Quelle – die den überaus seltenen Namen „Peter Müller“ trägt– korrekt zu zitieren?

Egal wie, allein diese Beispiele zeigen: Deutschlands Politiker brauchen Social-Media-Nachhilfe. Und zwar von einem Profi. Eine Top-Besetzung für den Job wäre Sahra Wagenknecht: Obwohl ihre Links-Partei bundespolitisch seit Jahren keine Rolle mehr spielt und ihr persönlich parteiintern kaum noch ein Herz zufliegt, hat sie massig Fans auf Facebook, Youtube und Co. Hut ab! Wer das schafft, kann auch Kandidaten wie Merz und Aiwanger auf Influencer-Niveau heben.

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