Hamburg  Mäusekot und Fake-Vegan: Hygiene-Skandal bei Burger King

Julia Wadle
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Von Julia Wadle
| 30.09.2022 11:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Vor acht Jahren fiel die Burgerkette beim Test des Undercover-Journalisten Günter Wallraff schon einmal durch. Diesmal ist es fast noch schlimmer als damals. Foto: Imago images/Horst Galuschka
Vor acht Jahren fiel die Burgerkette beim Test des Undercover-Journalisten Günter Wallraff schon einmal durch. Diesmal ist es fast noch schlimmer als damals. Foto: Imago images/Horst Galuschka
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Abgelaufene Zutaten, angenagte Brötchen und Tierprodukte im veganen Burger: Das Rechercheteam Wallraff berichtet von mutmaßlich unhaltbaren Zuständen bei Burger King.

In diesem Artikel erfährst Du:

Schon beim Lesen wird einem schlecht, deswegen eine kleine Warnung: Wer regelmäßig bei Burger King isst, braucht jetzt einen starken Magen. Denn das, was die Burgerkette serviert, ist teilweise offenbar gesundheitsgefährdend. Das geht aus Recherchen des Undercover-Reporterteams um Günter Wallraff hervor.

Vier Reporter arbeiteten dafür undercover in Filialen der Burgerkette in Berlin, Köln und München. Diese Hygienemängel haben sie nach eigenen Angaben entdeckt:

Das Urteil des Journalisten Günter Wallraff ist vernichtend:

Auf seiner Website nahm Burger King öffentlich Stellung zu den Vorwürfen und kündigte eine Überprüfung an:

Zudem soll eine „Whistleblower-Hotline“ eingerichtet werden, an die sich Mitarbeiter wenden können. „Unsere detaillierte Analyse hat gezeigt, dass unsere Standards hoch und die Prozesse eindeutig sind, es uns aber in einzelnen Fällen nicht gelungen ist, diese vor Ort bei allen Mitarbeitenden zu verankern“, erklärte die Kette. Inzwischen sind die betroffenen Filialen wieder geöffnet.

In Bezug auf die Fake-Vegan-Vorwürfe erklärte die Kette, dass seit April dieses Jahres auf allen Burgern nur noch vegane Mayo verwendet werde, seit August gebe es eine spezielle Verpackung für vegane Produkte. Zudem werde eine separate Friteuse für die veganen Produkte verwendet.

Unter dem aktuellsten Post der Burgerkette auf Instagram häufen sich die Kommentare wütender Kunden.

Ausgerechnet für die gute vegane Auswahl feiert sich die Kette darin selbst:

„Wer sich jetzt Wallraff auf RTL anschaut geht dort sicher nicht mehr essen“, „Ich muss jetzt umschalten weil sonst kotz ich noch ! Nie wieder BK“ und „Aus 2014 nichts gelernt. Verabschiedet euch am besten direkt vom deutschen Markt!“ kommentierten Nutzer.

Bereits vor acht Jahren hat der Investigativ-Journalist verdeckt bei Burger King recherchiert. Die dabei aufgedeckten Hygienemängel führten zur kurzzeitigen Schließung von 89 Filialen und der fristlosen Kündigung des zuständigen Franchise-Unternehmers. Burger King versprach, an seinen Hygienestandards zu arbeiten.

Nach eigenen Angaben hat das Team Wallraff in den vergangenen zwei Jahren mehrmals Zuschriften erreicht, die von unhaltbaren Zuständen berichteten – und sich nun leider bewahrheitet haben.

Eine der Nachrichten teilte das Team auf Instagram:

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