ADFC-Aktion „Foto des Monats“ Von modernen Abstellanlagen und Felgenkillern
Fahrradständer ist nicht gleich Fahrradständer. Der ADFC prangert ein negatives Beispiel aus Aurich an: Vor der Kreisvolkshochschule stünden „Felgenkiller“. Der Standortleiter ist irritiert.
Aurich - Blockierte Durchfahrten, unsinnige Schilder, marode Wege: Mit dem „Foto des Monats“ weist der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Aurich auf Missstände beim Thema Radverkehr hin. Aber auch positive Beispiele sollen mit der Initiative, die diese Zeitung journalistisch begleitet, dargestellt werden. Der ADFC möchte damit der öffentlichen Debatte über eine bessere Fuß- und Radverkehrs-Infrastruktur Impulse geben und zu Verbesserungen beitragen.
Auf den Fotos des Monats Oktober, die der ADFC uns vorab zur Verfügung gestellt hat, geht es um Fahrradständer – um gute und schlechte. Gute Abstellmöglichkeiten, möglichst in Eingangsnähe, gehören zu einer fahrradfreundlichen Infrastruktur. Dazu schreibt Albert Herresthal vom ADFC: „In Aurich gibt es ein breites Spektrum an geeigneten Anlehnbügeln, aber auch an völlig unbrauchbaren Fahrradparkern, die sogar zu Schäden an den Rädern führen können.“
Die IGS zeigt, wie man’s besser macht
Als Negativ-Beispiel führt der ADFC die Kreisvolkshochschule an der Oldersumer Straße an. „Seit Jahrzehnten stehen hier Drahtgestelle, die man als Felgenkiller bezeichnet, weil durch seitliche Kräfte häufiger Schäden an den Felgen (eine Acht) entstehen können“, schreibt Herresthal. Sie entsprächen dem Standard der 1950er Jahre. „Ungünstig ist auch, dass abgestellte Fahrräder hier keine Überdachung haben.“ Auf entsprechende Kritik und Gespräche „schon vor vielen Jahren“ habe die KVHS nicht reagiert.
Ein positives Beispiel finde sich in der Nachbarschaft: Vor der Integrierten Gesamtschule (IGS) Aurich stehe eine Abstellanlage, „durch die man sich zum Radfahren eingeladen fühlt“, schreibt Herresthal. Die Anlage sei überdacht, und die Anlehnbügel seien so gestaltet, dass sich auch der Fahrradrahmen fixieren lasse (nicht nur das Vorderrad, wie beim Felgenkiller). Außerdem sei die Anlage beleuchtet, was für Sicherheit und Komfort am Abend und in der dunklen Jahreszeit sorge. Dafür gibt’s vom ADFC eine Eins mit Sternchen: „Die Fahrradparker an der IGS entsprechen modernen Standards – ein Vorbild mit Strahlkraft!“
„Ich höre zum ersten Mal davon“
Die Redaktion hat bei der kritisierten KVHS nachgefragt. „Ich höre zum ersten Mal davon“, sagt deren Standortleiter Sören Saathoff, immerhin seit zwei Jahren im Amt. Die Fahrradständer vor dem Gebäude würden sehr stark genutzt, und ihm seien noch keine Beschwerden darüber zu Ohren gekommen, weder von Kunden noch von Mitarbeitern. Es irritiere ihn, so Saathoff, dass der ADFC die KVHS auf diese Art öffentlich kritisiere, statt das direkte Gespräch zu suchen – zumal es an vielen anderen Stellen in der Stadt ähnliche Fahrradständer gebe, beispielsweise vor dem Carolinenhof.
Dennoch nimmt Saathoff die Kritik als Anregung, um über eine Verbesserung nachzudenken. „Wir sind eine Bildungseinrichtung.“ Das Motto des lebenslangen Lernens gelte auch für die KVHS selbst. Dass die benachbarte IGS für ihre modernen Fahrradständer gelobt wird, lässt Saathoff unbeeindruckt. „Die ist ja auch nagelneu.“ Daher erfülle sie die neuesten Standards. Dazu muss man wissen: Das Schulgebäude in Haxtum wurde 2020 fertiggestellt.
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