Nicht nur was für „Ornis“  14. Zugvogeltage – was fliegt denn da?

Claus Hock
|
Von Claus Hock
| 24.09.2022 13:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Im Oktober finden wieder die Zugvogeltage statt. Nicht nur Ornithologen kommen hier auf ihre Kosten. Symbolfoto: Schuldt/DPA
Im Oktober finden wieder die Zugvogeltage statt. Nicht nur Ornithologen kommen hier auf ihre Kosten. Symbolfoto: Schuldt/DPA
Artikel teilen:

Zum 14. Mal finden in der Region die Zugvogeltage statt. Angebote gibt es an mehreren Orten der ostfriesischen Halbinsel.

Krummhörn/Ostfriesland - Insa Steffens leitet das Nationalparkhaus in Greetsiel – und ist schon voller Vorfreude. Denn bald darf sie wieder ganz viele Gäste begrüßen, sowohl zu Land als auch in der Luft. Denn: Die Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer finden wieder statt. Zum 14. Mal, um genau zu sein.

Vom 8. bis 16. Oktober bieten die Nationalparkhäuser entlang der Nordseeküste wieder ein umfangreiches Programm. Allein das Programm für die Region Ostfriesland, ohne Inseln, umfasst mehrere Seiten. „Und das Angebot richtet sich nicht nur an Ornis“, wie Steffens betont. Ornis, damit sind liebevoll die Ornithologen, also die Vogelkundler gemeint. In diesem Jahr stehen die arktischen Brutgebiete im Fokus der Zugvogeltage. Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, wird in der Ankündigung zitiert: „Der Klimawandel führt besonders im hohen Norden zu deutlichen Verschiebungen der Jahreszeiten, mit dramatischen Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt. Viele Zugvogelarten, wie beispielsweise der Kiebitzregenpfeifer, der Titelvogel der diesjährigen Zugvogeltage, müssen Strategien entwickeln, um weiterhin erfolgreich Nachkommen aufziehen zu können. Welche Strategien sie verfolgen und wie erfolgreich sie dabei sind, wird bei den 14. Zugvogeltagen besonders thematisiert.“

Programm richtet sich nicht nur an Experten

Das ist für Steffens ein wichtiger Punkt: „Wir stellen immer wieder fest: Selbst die an sich nicht-vogelinteressierten Menschen staunen, wie viel hier los ist, wenn die Zugvögel kommen.“ Denn angesichts der Massen an Vögeln würde die „internationale Bedeutung unserer Region für den Vogelzug und die Natur“ eigentlich jedem deutlich.

Damit es mit der Beobachtung aber auch für Laien klappt, werden vor Ort auch entsprechende Guck-Hilfen wie Ferngläser und Spektive zum Ausleihen vorgehalten. „Wir werden dieses Jahr wieder von Zeiss unterstützt“, so Steffens. So wäre gewährleistet, dass man auch auf größere Entfernung „noch erkennt, was für ein Vogel da im Watt hockt“.

Pilsumer Leuchtturm wieder begehbar

Für die Krummhörn gehört zu den Highlights im Veranstaltungsprogramm sicherlich der „Vogelzug für Aufsteiger:innen“. Nach Sanierung und Corona ist es nämlich, hoffentlich, wieder möglich, in luftiger Höhe auf dem Pilsumer Leuchtturm mit dem Fernglas nach den gefiederten Gästen zu suchen. „Allerdings definitiv nur mit Maske“, betont Steffens. Für nicht so schwindelfreie Menschen gibt es in der Krummhörn aber auch Angebote auf Normalnull beziehungsweise auf Deichhöhe.

Insgesamt 40 verschiedene Programmpunkte werden in und um Bensersiel, Dornumersiel, die Krummhörn, Leer und das Rheiderland, Neßmersiel, Neuharlingersiel, Norden-Norddeich, Papenburg und Wittmund angeboten. „Hinzu kommen die Angebote auf den Ostfriesischen Inseln“, so Steffens.

Komplettes Programm im Internet

Einen kompletten Überblick über die Angebote an den verschiedenen Standorten gibt es sowohl in Flyern als auch im Internet. Die Flyer sind unter anderem in den Nationalparkhäusern und den Tourismus-Informationen entlang der Küste erhältlich. Eine Übersicht im Internet mit Suchfunktion findet sich auf www.zugvogeltage.de.

Für die meisten Veranstaltungen ist eine Anmeldung notwendig, zudem muss ein Unkostenbeitrag in unterschiedlicher Höhe entrichtet werden. Kostenlos oder gegen Spende und ohne Anmeldung besuchbar sind folgende Veranstaltungen:

  • 8. Oktober bis 13. Oktober, jeweils 10 bis 17 Uhr: Zugvögel beobachten am Pilsumer Leuchtturm
  • 10. Oktober bis 15. Oktober, jeweils 10 bis 17 Uhr: Dem Zugvogelzauber so nah – am Speicherbecken Neßmersiel (Vogelturm Neßmersiel, Strandstraße)
  • 11. Oktober, 12 Uhr: Vogelbeobachtung an der Vogelhütte Norddeich Osthafen (Spende erbeten, ca. 90 Minuten)
  • 15. Oktober, 12 Uhr: Zugvogelbeobachtung am Dollart (Bohrinsel Dyksterhusen, Wattweg, Jemgum, ca. 3 Stunden)

Der Wettstreit der Regionen

Ebenfalls kostenlos ist die Teilnahme am „Zugvogeltage-Aviathlon“. Hier sind Gäste aufgefordert, die gesichteten Vogelarten zu zählen und zu melden. Dabei kommt es nicht auf die Zahl der Tiere an. Gemeldet werden die gesichteten Tiere über die Internetseite ornitho.de oder die App NaturaList. „Es ist ein kleiner Wettstreit der Regionen“, so Insa Steffens. Ihre Hoffnung: Vielleicht gewinnt die Krummhörn mal.

Ähnliche Artikel