Ärger reißt nicht ab  Noch keine Lösung für Probleme an der Emder Trogstrecke

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 22.09.2022 15:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Dieses Bild entstand im Juli: Mit Farbe waren die mehr als 50 Schadstellen in der gerade asphaltierten Fahrbahn markiert. Foto: Päschel/Archiv
Dieses Bild entstand im Juli: Mit Farbe waren die mehr als 50 Schadstellen in der gerade asphaltierten Fahrbahn markiert. Foto: Päschel/Archiv
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Die Sanierung der Südumgehung in Emden zieht sich hin. Die Ursachen der im Sommer festgestellten Schäden sind noch unklar. Die Stadt hält sich bedeckt.

Emden - Die Sanierung der Trogstrecke in Emden droht zu einer unendlichen Geschichte zu werden. Denn bislang gibt es noch keine Lösung für die jüngsten Probleme, die vor etwa zwei Monaten auf der Dauerbaustelle festgestellt worden waren. Man sei „aber auf der Zielgeraden und an einer Lösung dran“, teilt Stadtsprecher Eduard Dinkela dieser Zeitung auf Anfrage mit.

Was und warum

Darum geht es: Bei der Sanierung der Trogstrecke in Emden gibt es gegenwärtig wenig Bewegung.

Vor allem interessant für: Verkehrsteilnehmer und Unternehmen, die auf eine funktionierende Südumgehung angewiesen sind

Deshalb berichten wir: Vor etwa zwei Monaten waren Schäden an einer gerade frisch aufgebrachten Asphaltschicht der Trogstrecke festgestellt worden. Wir wollten deshalb wissen, ob mittlerweile die Ursachen feststehen und wie es bei dem Projekt weitergeht.

Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de

Verantwortliche der Stadt, des städtischen Bau- und Entsorgungsbetriebes (BEE) und das von der Stadtverwaltung mit der Planung beauftragte Hamburger Ingenieurbüro Grassl hatten Ende Juli bei einem kurzfristig anberaumten Pressetermin über erhebliche Schäden an der zu diesem Zeitpunkt gerade erst aufgetragenen Schutzschicht der Fahrbahndecke im ersten Bauabschnitt informiert.

Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen

Fachleute hatten zuvor festgestellt, dass an mehr als 50 Stellen des frisch aufgebrachten Asphalts sich Blasen und Hohlräume gebildet hatten. Auf Empfehlung des Büros Grassl wurde diese Schutzschicht in der ersten August-Hälfte wieder aufgerissen und abgetragen, weil sonst eine dauerhafte und sichere Nutzung dieser wichtigen Verkehrsader nicht mehr möglich gewesen wäre. Für den Ausbau der Schutzschicht musste ein Abschnitt der Südumgehung knapp zwei Wochen lang für den Kraftverkehr voll gesperrt werden.

Die Ursachen für die Schäden sind bis heute unklar. Die Untersuchungen seien „noch nicht vollumfassend abgeschlossen“, schreibt der Stadtsprecher dazu. Von der Schadensursache hängt auch ab, ob die zu erwarteten Mehrkosten vom Steuerzahler oder den an der Sanierung beteiligten Unternehmen getragen werden.

Die Kosten stehen noch nicht fest

Weitere Einzelheiten wollte die Stadt auf Nachfragen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mitteilen. Die noch offenen Fragen könnten erst dann umfassend beantwortet werden, wenn eine Lösung vorliegt. „Dieses ist noch nicht der Fall“, so Dinkela. Erst wenn es Ergebnisse gebe, wolle man damit an die Öffentlichkeit gehen. Deshalb gibt es nach wie vor auch keine Klarheit darüber, wie teuer der erneute Rückschlag bei dieser Dauerbaustelle wird und wann mit einem Abschluss der Sanierung zu rechnen ist.

Die jüngsten Schadensmeldungen waren nicht die erste Hiobsbotschaft, die das vor zwei Jahren begonnene und ursprünglich auf 5,5 Millionen Euro kalkulierte Projekt begleitet. Schlechtes Wetter, knappe Rohstoffe und Konstruktionsfehler hatten den Zeitplan wiederholt durcheinander gewirbelt.

Das Projekt ist seit langem Stadtgespräch

Im vergangenen Jahr hatte sich zudem herausgestellt, dass das Verfahren, mit dem das Betonbett aus 31 Einzelteilen und entsprechend vielen Fugen abgedichtet werden sollte, ungeeignet war. Es brauchte eine neue technische Lösung für das Bauwerk aus den 1970er Jahren.

Die Trogstrecke ist seit langem eines der beherrschenden Themen in der Stadt. Die Pleiten und Pannen bei diesem Projekt lösen vielfach Kopfschütteln und Unverständnis aus. In den vergangenen Monaten mehrten sich auch Stimmen, die vorschlagen, die Unterführung der Eisenbahnlinie in den Westteil des Hafens wieder zuzuschütten und die Straße höher zu legen.

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