Stuttgart  Zu hoher Fleischkonsum: Frauen sollen Männern Sex-Verbot erteilen

Maximilian Matthies
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Von Maximilian Matthies
| 22.09.2022 13:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eine Studie bescheinigt Männern einen höheren Fleischkonsum als Frauen. Foto: imago images/Panthermedia
Eine Studie bescheinigt Männern einen höheren Fleischkonsum als Frauen. Foto: imago images/Panthermedia
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Männer essen mehr Fleisch als Frauen und das sei schlecht fürs Klima: Ein Mitarbeiter der Tierrechtsorganisation Peta sorgt mit einer extremen Forderung nach einem Sex-Verbot für Furore.

Ein Sex-Boykott dürfte Millionen Männern und Grillmeistern in Deutschland vor den Kopf stoßen: Geht es nach Daniel Cox, Kampagnenleiter bei der Tierrechtsorganisation Peta, sollen Frauen ihre Intim-Partner mit einem Sex-Verbot bestrafen, weil sie zu viel Fleisch essen.

Das Ansinnen des Tierrechtsaktivisten bezieht sich auf eine Studie zum nationalen Verzehr des Max-Rubner-Instituts, die sich mit Ernährungsgewohnheiten der Deutschen beschäftigt. Männern bescheinigte die Untersuchung einen höheren Fleischkonsum als Frauen: Mit 156 Gramm pro Tag essen Männer demzufolge knapp doppelt so viel Fleisch, Wurstwaren und Fleischerzeugnisse als Frauen mit 84 Gramm pro Tag.

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Peta-Mitarbeiter Cox richtet sich gegen „mit Grillzange hantierende Vorstadt-Väter, die 70-Cent-Würstchen (...) brutzeln“, wie es in einem Bericht der „Bild“-Zeitung heißt. Ihre Frauen sollten in den Sex-Streik gehen, „um die Welt zu retten“.

Was hat jetzt Sex mit Klimaschutz zu tun?

Cox spielt darauf an, dass Kinder angeblich Klimasünder seien: Jedes „nicht geborene Kind“ spare „58,6 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr“, rechnet er vor. Keine Kinder zu bekommen, lautet auch der umstrittene Ansatz der Bewegung „Birthstrike“, also „Gebärstreik“. In Deutschland macht die Lehrerin Verena Brunschweiger von sich reden, weil sie Kinderlosigkeit als Kampf gegen den Klimawandel propagiert.

Bei seiner Forderung nach einem Sex-Verbot sucht Cox weibliche Verbündete, doch aus Reihen der Frauen kommt bereits deutlicher Widerspruch. CSU-Politikerin Dorothee Bär nimmt Kinder in Schutz und kritisiert die aufgemachte Rechnung gegenüber der „Bild“-Zeitung als zynisch: „Für wen, wenn nicht unsere Kinder, retten wir das Klima. Kinder mit schädlichem CO₂ aufzurechnen ist abstoßend. Zumal sie die Klimaretter der Zukunft sind!“

Cox will Männer für ihre Fleischeslust nicht nur durch Sex-Verbote bestraft sehen, sondern ihnen auch noch massive Kosten für Steak, Bratwürste und Co. auferlegen. Er hält eine „saftige Fleischsteuer von 41 Prozent“ für angemessen.

Sehen Sie im Video: Tipps, wie Sie auch Fleisch gesund grillen

Die radikalen Vorschläge zum Fleischverzicht erinnern an andere extreme Aktionen der Tierrechtsorganisation wie etwa die „Lieber nackt als im Pelz“-Kampagne, für die sich zahlreiche Stars und Promis unbekleidet ablichten ließen. Laut Peta sei die in Deutschland 25 Jahre lang andauernde Protestaktion erfolgreich gewesen, weil die letzte Pelzfarm hierzulande geschlossen wurde und zahlreiche Luxusmarken das tierische Produkt aus ihren Kollektionen nahmen. Dass sich ein Sex-Verbot für Männer allerdings durchsetzen könnte, erscheint zurzeit durchaus zweifelhaft.

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