Beerdigung der Queen Die Königin ist tot – lang lebe die Monarchie!
Die Welt nimmt Abschied von der Queen – und die Anteilnahme ist gigantisch. Wie erklärt sich das?
Die Queen ist tot – und auch wenn sie die dienstälteste Monarchin der Welt und ein beispielloses Staatsoberhaupt war, so ist das Ausmaß der Anteilnahme doch erstaunlich. Wie erklärt sich das?
Zum einen liegt es sicher daran, dass Elizabeth II. eine Aufgabe perfekt erfüllt hat, die die Monarchie im politischen System unserer Zeit hat: Institutionelle Sicherheit zu bieten, eine Konstante zu sein, die vom Auf und Ab der Geschichte, von Krisen und Konflikten, von Regierungswechseln und Minister-Rücktritten unberührt bleibt. Zum anderen war es die neutrale und geradezu unpolitische Haltung, die die Verfassung der britischen Monarchin vorschreibt und die die Queen stets verkörperte. Die Königin war diskret und überparteilich, sie hatte keine Ideologie.
Elizabeth II. machte damit etwas möglich, was in den zunehmend polarisierten Gesellschaften Europas immer weniger üblich ist: über politische Themen zu debattieren, ohne in Streit zu geraten. Über die Queen und nun über ihren Tod wurde kaum gestritten. Auf die Queen konnten sich alle einigen, die Queen wurde allgemein geschätzt. Das ist ihr politisches Vermächtnis, das ihr Sohn König Charles III. fortführen sollte. Wenn ihm und seinen Nachfolgern das gelingt, dürfte die britische Monarchie – trotz aller Reform-Notwendigkeiten – wohl noch lange leben.
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