Dorfleben in Klein-Remels  Dorfgemeinschaftshaus liegt brach und die Toilette bleibt zu

Tobias Rümmele
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Von Tobias Rümmele
| 19.09.2022 13:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Dorfgemeinschaftshaus kann derzeit nicht genutzt werden. Fotos: Stromann
Das Dorfgemeinschaftshaus kann derzeit nicht genutzt werden. Fotos: Stromann
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In Klein-Remels geht seit Monaten im Gemeinschaftshaus gar nichts mehr. Das hat kuriose Gründe und soll sich schleunigst ändern.

Klein-Remels - Klein-Remels ist ein beschauliches Dorf. Viele Höfe stehen entlang der Friesenstraße, die sich durch den Ort zieht. In der Mitte gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus. Das wurde viele Jahre lang rege genutzt: Vereine trafen sich, Konfirmationen und Geburtstage wurden hier gefeiert. Doch all das ist seit einiger Zeit nicht mehr möglich. Das Haus liegt brach.

Was und warum

Darum geht es: Klein-Remels soll wieder ein funktionierendes Dorfgemeinschaftshaus haben.

Vor allem interessant für: Menschen, die in kleinen Dörfern leben.

Deshalb berichten wir: Aus der Dorfgemeinschaft hat die Redaktion Unzufriedenheit wegen der derzeitigen Lage vernommen.

Den Autor erreichen Sie unter: t.ruemmele@zgo.de

„Das Dorfgemeinschaftshaus in Klein-Remels kann tatsächlich derzeit nicht für Veranstaltungen, Feiern oder Vereinstreffen genutzt werden“, erklärt Bürgermeister Heinz Trauernicht (parteilos). Das liege daran, dass der bisherige Ortsvorsteher sein Amt niedergelegt habe. Klein-Remels hat seit der vergangenen Kommunalwahl im Herbst 2021 keinen Ortsvorsteher. Es ist der einzige Teilort in Uplengen, in dem das so ist. Und es ist auch nicht das erste Mal, dass dieser Posten für längere Zeit unbesetzt bleibt. Die CDU hätte als stärkste Kraft in dem Dorf einen Anspruch auf den Posten, findet aber niemanden, der das Amt übernehmen möchte.

Reinigungskraft fehlt

Der bisherige Ortsvorsteher Hans Jost war seit 2015 auf dem Posten aktiv. Wenn in dieser Zeit jemand das Dorfgemeinschaftshaus nutzen wollte, habe er Termine geplant und das Haus aufgeschlossen, berichtet er. Ebenso wurde die von außen zugängliche Toilette von Jost in seiner Zeit als Ortsvorsteher auf- und abgeschlossen. Sie war eigens öffentlich zugänglich gemacht worden, damit Radtouristen auf der Fahrt durch Klein-Remels auf Toilette gehen können. Auch das ist derzeit nicht möglich. Jost ist sauer, dass seit seinem Rückzug in dem Gebäude nichts mehr geht. „Die Gemeinde sagte uns, dass wir jetzt nicht mehr hinein können“, so Jost, der auch im Bürgerverein des Dorfes aktiv ist.

Seit Monaten sucht die CDU nach einem Ortsvorsteher in Klein-Remels – bislang vergeblich.
Seit Monaten sucht die CDU nach einem Ortsvorsteher in Klein-Remels – bislang vergeblich.

Es müsse zunächst eine Reinigungskraft gefunden werden, solange könnten in dem Dorfgemeinschaftshaus keine Veranstaltungen stattfinden, so die Begründung der Verwaltung. „Dabei hatten wir immer die Regel, die Räumlichkeiten so zu verlassen, wie man sie vorgefunden hat“, erklärt der Ex-Ortsvorsteher. Das habe stets funktioniert, für kleinere Schäden, wie zersprungene Tassen und Teller, habe ein Mieter eine Kaution hinterlegt. „Da muss keiner jede Woche reingehen und putzen“, sagt Jost. Es gehe lediglich um wenige Stunden Arbeit im Monat, etwa um die Fenster und die Toilette zu reinigen.

Gemeinde gelobt Besserung

Da das Dorfgemeinschaftshaus bei der anstehenden Landtagswahl als Wahllokal dienen soll, machte Jost nun Druck und wandte sich an die Gemeindeverwaltung. Wenn das Haus für die Wahl genutzt werden könne, müsse es auch wieder möglich sein, es regulär zu nutzen, klagte er. „Das Haus ist für die Bürger von Klein-Remels“, sagt Jost. Gerade jetzt, wo nach langer Zeit der Pandemie-Einschränkungen wieder mehr Geselligkeit erlaubt wäre, müsse das Haus wieder geöffnet sein.

Die Gemeindeverwaltung reagierte inzwischen und tatsächlich soll es nun ganz schnell gehen. Bereits Ende September solle das Dorfgemeinschaftshaus wieder nutzbar sein, kündigt Bürgermeister Trauernicht an. Eine Reinigungskraft sei eingestellt worden und die Terminvergabe solle voraussichtlich über den örtlichen Bürgerverein organisiert werden. Hierzu liefen aktuell Gespräche, so der Bürgermeister, es gehe aber nur noch um letzte Abstimmungen. Und auch für die öffentliche Toilette gebe es bereits eine Lösung: Die Gemeinde habe ein zeitgesteuertes Schloss angeschafft, so Trauernicht.

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