Osnabrück  Gehaltscheck Queen: Dieses Einkommen beziehen die Royals

Corinna Clara Röttker
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Von Corinna Clara Röttker
| 12.09.2022 09:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Königin Elizabeth II. zählte zu den reichsten Briten. Foto: Str/EPA/dpa
Königin Elizabeth II. zählte zu den reichsten Briten. Foto: Str/EPA/dpa
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Mit dem Tod von Queen Elizabeth II. wird Charles zum König und erbt überdies auch das königliche Vermögen. Ein Überblick über die Einnahmen des britischen Königshauses.

Queen Elizabeth II. war eine reiche Frau. Um das Vermögen der nun verstorbenen Monarchin gibt es viele Spekulationen. Die „Sunday Times“ schätzte im Jahr 2021 das Gesamtvermögen der Queen auf 365 Millionen Pfund (435 Millionen Euro). Andere Schätzungen liegen weit darüber - was auch daran liegt, dass der Queen oftmals Vermögenswerte zugeschrieben wurden, die ihr gar nicht gehörten.

Doch woher stammen eigentlich die Einnahmen des Königshauses?

Im Wesentlich gibt es drei Quellen, aus denen die Ausgaben der britischen Monarchin oder des Monarchen – bislang Queen Elizabeth II., künftig King Charles III. –, ihrer Familie und anderer Vertreter des königlichen Haushalts finanziert werden: dem Sovereign Grant, der Privy Purse sowie ihrem Privatvermögen.

Da wäre zunächst der Crown Estate, eine Art Fonds, zu dessen Portfolio unter anderem Ackerflächen und Wälder im gesamten Königreich, aber auch Top-Immobilien an Londons Regent Street oder auch die Pferderennbahn in Ascot gehören. Im Geschäftsjahr 2021/22 beliefen sich die Erlöse des Crown Estate auf netto rund 313 Millionen Pfund.

Beim Crown Estate handelt es sich allerdings nicht um Privateigentum der Queen bzw. nun des Königs. Vielmehr gehört es ihnen lediglich für die Dauer ihrer Regentschaft. Sie dürfen aber weder davon etwas veräußern noch über die Erträge des Estate etwa aus Pachtverträgen verfügen. Vielmehr bekommen sie jährlich nur einen prozentualen Anteil der Gewinne - circa 25 Prozent - ausgezahlt, den sogenannten Sovereign Grant, als Entlohnung für ihre repräsentativen Aufgaben. Mit dem Geld werden auch Kosten gedeckt, die in der Ausübung des Amts als Staatsoberhaupt entstehen, etwa für Personal, Reisen oder die Instandhaltung einiger königlichen Residenzen wie dem Buckingham Palast. Im jüngsten Geschäftsjahr 2021/2022 betrug die Überweisung an das Königshaus 86,3 Millionen Pfund. Der Rest der Gewinne des Crown Estate fließt in die Staatskasse.

Offizielle wie private Ausgaben finanziert die Königin beziehungsweise der König aus ihrer „Privy Purse”. In diese königliche Privatschatulle fließen die Einkünfte aus dem Herzogtum Lancaster, der „Duchy of Lancaster“. Das Landgut umfasst Gewerbe-, Landwirtschafts- und Wohnimmobilien in England und Wales und wird vom herrschenden König oder der herrschenden Königin treuhänderisch verwaltet. Zuletzt verfügte die Duchy of Lancaster über ein Nettovermögen von insgesamt 652,8 Millionen Pfund, was zu einem Überschuss von 24 Millionen Pfund führte, der der Queen als „Privy Purse“ zur Verfügung stand.

Eine Statista-Grafik zeigt das Einkommen der Queen in den Geschäftsjahren 2013 bis 2022:

Daneben besitzt das Staatsoberhaupt ein Privatvermögen, aus dem es rein private Ausgaben tätigt. So gehörte Queen Elizabeth das Schloss Balmoral in Schottland und das Sandringham Estate in Ostengland. Beide Anwesen hatte sie einst von ihrem Vater König George VI. geerbt und dürften nun in den Besitz von König Charles III. übergehen. Über die Einnahmen etwa aus Besuchertouren oder Souvenirs darf er dann frei verfügen. Das US-Magazin „Forbes“ schätzte den Wert von Schloss Balmoral vor einigen Jahren auf 140 Millionen Dollar, Sandringham auf rund 65 Millionen Dollar.

Darüber hinaus gibt es noch das Herzogtum Cornwall - ein mehrerer zehntausend Hektar großer Grundbesitz mit Ackerbau- und Viehzuchtbetrieben, Wohn- und Gewerbeimmobilien, Wäldern und Küstenabschnitten. Den royalen Regeln zufolge gehört dieses Herzogtum immer dem ältesten Sohn des Königs oder der Königin. Bislang - seit 1952 - war Charles der Herzog von Cornwall, der entsprechend auch die Einnahmen daraus bezog. Nun geht der Besitz über auf seinen Sohn Prinz William. Er darf sich freuen: Im Geschäftsjahr 2019/20 betrug der Wert des Herzogtums etwas mehr als eine Milliarde Pfund. Der erwirtschaftete Gewinn belief sich auf 22,2 Millionen Pfund.

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