Frauenquote in der CDU  Nicht mehr als eine Krücke

Svana Kühn
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Ein Kommentar von Svana Kühn
| 11.09.2022 15:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Friedrich Merz hat auf dem Parteitag für eine befristete Frauenquote geworben. Foto: Kappeler/DPA
Friedrich Merz hat auf dem Parteitag für eine befristete Frauenquote geworben. Foto: Kappeler/DPA
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Ein Verein aus alten weißen Männern kommt bei Frauen nicht gut an. Das hat endlich auch die CDU verstanden. Auf dem Parteitag in Hannover wurde eine Frauenquote beschlossen.

Nun bekommt auch die CDU eine Frauenquote – allerdings nur eine Quote „light“: Alle Parteivorstände ab der Kreisebene müssen bis 2025 schrittweise je zur Hälfte mit Frauen besetzt werden. Bei den Landtags-, Bundestags- und Europawahlen soll es zudem bei den ersten zehn Listenplätze eine 50-Prozent-Quote geben.

Dass die CDU ein Frauenproblem hat, da waren sich die Delegierten einig. Will sich die Partei langfristig behaupten, kommt sie um die Frauen kaum herum – als Hauptamtliche, als Ehrenamtliche und vor allem als Wählerinnen. Nur rund ein Viertel der Parteimitglieder ist weiblich – nicht mehr als vor 40 Jahren. Seit Angela Merkel nicht mehr Kanzlerin ist, ist der Mangel an Frauen in der Partei für alle sichtbar geworden. Eine Ablehnung der Quote wäre die erste große Niederlage für den neuen CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz gewesen.

In anderen Parteien ist das Instrument schon seit Jahren etabliert – etwa bei den Grünen und der SPD – und es funktioniert. Und das ist gut so. Die Hälfte der Bevölkerung ist weiblich. Das muss sich auch gerade in einer Volkspartei spiegeln. Und wenn Frauen auf hohen Positionen in der Politik sitzen, kann das zum Vorbild werden. Gleichwohl ist die Quote nur eine Krücke. Die Parteien müssen es auch ermöglichen, politisches Engagement mit Familie und Job zu vereinbaren.

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