Versorgung in Emden Rettungsdienst-Chef gibt vorsichtig Entwarnung
Seit Monaten ist die Situation für die Rettungsdienste in Emden stark angespannt. Eine überraschende Einigung soll für Entlastung sorgen.
Emden - Für viele ist es eine beklemmende Vorstellung: Jemand benötigt medizinische Hilfe, wählt den Notruf und wartet anschließend lange auf Unterstützung. Tatsächlich fällt es Rettungsdiensten immer schwerer, allen Anforderungen schnellstmöglich gerecht zu werden, bestätigt Andree Heinks, Geschäftsführer und Leiter der Rettungsdienstgesellschaft DRK/Stadt Emden. Als Grund nennt er steigende Einsatzzahlen und längere Fahrtwege sowie eine stark angespannte Personallage.
Was und warum
Darum geht es: die Situation der Emder Rettungsdienste
Vor allem interessant für: Patienten, die auf Hilfe angewiesen sind
Deshalb berichten wir: Viele Rettungsdienste haben große Personalsorgen. Den Autor erreichen Sie unter: g.paeschel@zgo.de
Für Emden zeichne sich allerdings eine leichte Entspannung ab, sagte Heinks am Donnerstag in der Sitzung des Ausschusses für öffentliche Sicherheit, Ordnung und Bürgerservice des Emder Rates. So hätten zuletzt mehrere Stellen neu besetzt werden können. Die Versorgung im Gebiet der kreisfreien Stadt teilen sich DRK/Stadt Emden sowie der private Anbieter RKSH.
Fachkräftemangel hat sich zugespitzt
Auf Wunsch der FDP-Fraktion verschaffte der Rettungsdienstleiter den Ausschussmitgliedern einen Überblick zur Versorgungssituation in der Stadt und stellte sich anschließenden den Fragen der Politik. Auslöser für seine öffentliche Stellungnahme waren Berichte über dramatische Engpässe und einen sich zuspitzenden Fachkräftemangel im Rettungsdienst in Ostfriesland.
Heinks räumte ein, dass es „gerade zu Stoßzeiten“ Engpässe gibt. Als Stoßzeit gelten etwa Vormittage unter der Woche, wenn Krankenhäuser parallel Patienten entlassen, die dafür auf einen Krankentransport angewiesen sind. Um in solchen Momenten Notfälle vorrangig versorgen zu können, müssten Patienten mitunter lange auf einen freien Transportplatz warten.
Es gibt überraschend mehr Geld
Mit Personalsorgen kämpfte in den vergangenen Monaten vor allem der RKSH, räumte dessen Vorstand Holger Rodiek gegenüber der Redaktion ein. „Wir haben Anfang des Jahres Probleme bekommen, weil wir zwei offene Notfallsanitäter-Stellen hatten“, sagte er. Eine Lücke ist zum 1. September geschlossen worden. Die zweite Stelle ist ausgeschrieben. Rodiek gibt sich optimistisch, dass sie rasch besetzt wird.
Ein Grund: Seit diesem Monat kann er seinen Angestellten genauso viel zahlen, wie sie im öffentlichen Dienst bei der stadtnahen Gesellschaft verdienen. Bislang hatten sich die Krankenkassen als Kostenträgerinnen geweigert, den privaten Rettungsdienst bei der Vergütung dem kommunalen Anbieter gleichzustellen. Rodiek schätzt den Unterschied auf „etwa zehn Prozent“. Offenbar aus Sorge, den RKSH zu verlieren beziehungsweise weitere unbesetzte Schichten zu riskieren, wurden die Tarife angepasst.
Welche Rolle spielt die Zentralklinik?
Unterdessen fürchtet der Ratsherr André Göring (Bündnis 90/Die Grünen), dass die Herausforderungen für den Rettungsdienst in Emden mit dem Bau der Zentralklinik noch größer werden. Indem das Krankenhaus in Emden zugunsten eines Neubaus in der Gemeinde Südbrookmerland geschlossen wird, würden sich die Fahrtwege für die Kranken- und Rettungswagen verlängern. „Darauf müssen wir jetzt schon reagieren“, fordert er.
Andree Heinks widerspricht. Ihm zufolge werde sich die Situation – im Gegenteil – verbessern. Künftig würden mehr Fahrten nach Uthwerdum führen und nicht – wie bisher – in verschiedene Häuser, so Heinks.
Stadt Emden soll sich zu Zustand des Rettungsdienstes äußern
Stadt Emden will Rettungsdienst vergrößern
Rettungsdienst RKSH zieht sich aus Emden zurück