Kinderbetreuung in Hinte „Wir sind rundum zufrieden“
Die Kita in Groß Midlum ist geschlossen, dafür ist Leben in die Kita Westerhusen in der Gemeinde Hinte eingezogen. Die Leiterinnen sind „rundum zufrieden“.
Westerhusen - Die offizielle Eröffnung ist gefeiert, der Außenbereich auch fast fertig und etwas mehr als 60 Kinder im Krippen- und Kindergartenalter füllen die neue Kita „Rundum“ in Westerhusen mit Leben. Das freut auch die zwölf Erzieherinnen, zwei Auszubildenden und weiteren Mitarbeiterinnen. Allen voran: Sabrina Köster und Sandra Redenius.
Die 28-jährige Köster, staatlich anerkannte Erzieherin, hat aktuell die Leitung der Kita inne, ihre vier Jahre ältere Kollegin ist ihre Stellvertretung. „Wir kommen aus anderen Häusern in der Gemeinde“, sagt Redenius. Und genau das sei ein Teil des Konzeptes, das in die neue Kita geflossen ist.
Gute Ideen aus anderen Einrichtungen zusammengebracht
„Alles Positive aus den anderen Kitas kommt hier zusammen“, sagt Redenius. Und Köster ergänzt: „Alle guten Ideen wurden hier perfektioniert.“ Köster hat im September 2020 als stellvertretende Leitung angefangen. Zu diesem Zeitpunkt war die Kita noch lange nicht fertig, es ging um die Planung. „Wir durften von Anfang an ganz viel mitbestimmen“, sagt die 28-Jährige. Aufgrund einer Erkrankung der ursprünglich bestimmten Leiterin, Dagmar Wacker, hat Köster auf den letzten Metern die Leitung übernommen. „Aber auch Dagmars Stempel, ihre Ideen sind hier mit drin“, betonen Köster und ihre Kollegin.
Pünktlich zum neuen Kindergartenjahr wurde die Kita fertig. Auch finanziell war es fast eine Punktlandung. Ursprünglich waren 2,3 Millionen Euro für den Neubau geplant. „Ohne Inventar und Spielgeräte“, sagt Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos). Die Gesamtkosten lagen mit 2,5 Millionen Euro nur knapp darüber. Gefördert wurde die Kita „Rundum“ mit insgesamt rund 2,1 Millionen Euro. Ein Teil des Fördergeldes war ursprünglich für die Krummhörn vorgesehen, genauer: für den Bau des Kulturzentrums in Pewsum. Diese Idee setzte sich in der Krummhörn nicht durch, dafür habe sich nach Projektabsage der damalige Krummhörner Bürgermeister Frank Baumann (SPD) „dafür eingesetzt, dass wir das Geld für den Kita-Neubau bekommen“, so Uwe Redenius. Daher war Baumann auch zur Eröffnung eingeladen.
„Wir sind rundum angekommen und für alle da“
Rückblickend könnte man das fast als eine der Kerneigenschaften der Kita sehen: das Miteinander. Schon im Logo ist dies angelegt, aber auch bei den Schlagworten, die Köster und ihre Kollegin spontan zur Beschreibung der Kita äußern, findet sich dieser Gedanke immer wieder: Wertschätzung, kunterbunt, Hand in Hand, familienergänzend – und rundum. „Wir sind rundum angekommen und für alle da“, sagt Köster.
Bezogen auf die Räume müsste man noch „teiloffen“ ergänzen. Denn: Zwar haben die zwei Kindergarten-Gruppen mit den rund 50 Kindern ihre festen Räume, aber abgesehen von bestimmten Zeiten ist ein Umherwandern ausdrücklich erlaubt. Das gilt auch für die Kinder in der Krippe, die allerdings räumlich etwas stärker von den älteren Kindern getrennt sind. „Das wird sonst schnell überfordernd“, sagt Sandra Redenius. Aber: Der Eingangsbereich der Kita kann zu einem großen Raum umgebaut werden, mit nur wenigen Handgriffen. Falls doch mal ganz viel Platz gebraucht wird.
Essen: frisch und regional
Im Innern des einstöckigen Neubaus gibt es aber allgemein viel Platz, genau wie im Außenbereich. Die Räume sind so angelegt, dass Kinder möglichst viel Bewegungsraum haben und die Welt aus verschiedenen Perspektiven wahrnehmen können. Perspektivisch könnte in der Kita auch integrativ gearbeitet werden.
Ein Werkraum, ein Experimentierbereich, ein Essensbereich, Spielgeräte mit verschiedenen Ebenen in den Räumen, ein Schlafbereich für die Krippenkinder und sogar die Möglichkeit, im Gebäude mit Matsch zu spielen: Wünsche sind eigentlich keine offengeblieben. Nur ein großer Raum darf von den Kindern nicht betreten werden: die Küche – nach aktuellen Industriestandards. Hier wird das Essen mit Zutaten aus der Region täglich frisch zubereitet.
„Wir sind zufrieden. Rundum“, sagt das Leiterinnen-Duo. Und was mögen die Kinder an ihrer neuen Kita besonders? „Die Spielpodeste, das Außengelände – und das Essen“, sind sich beide einig.
Zahlen rund um die Kitas und Schulen in der Gemeinde Hinte
Die Kita in Westerhusen ersetzt die in die Jahre gekommene Kita in Groß Midlum. Sie ist die neueste Einrichtung auf dem Gemeindegebiet. „Insgesamt sind aber alle unsere Kitas auf einem sehr guten Stand“, so Bürgermeister Uwe Redenius. Weitere kommunale Kindertagesstätten befinden sich in Hinte, Loppersum und Osterhusen. Zudem gibt es einen Kindergarten in kirchlicher Trägerschaft in Suurhusen.
Die Kindertagesstätten sind wie folgt ausgelastet:
- Krippe Hinte: 26 Kinder insgesamt, elf zum aktuellen Kindergartenjahr neu aufgenommen
- Krippe Loppersum: 25 Kinder insgesamt, 13 neu aufgenommen
- Krippe Osterhusen: neun Kinder insgesamt, fünf neu aufgenommen
- Krippe Westerhusen: elf neu aufgenommene Kinder
- Kindergarten Hinte: 72 Kinder insgesamt, zwei neu aufgenommen
- Kindergarten Loppersum: 50 Kinder insgesamt, vier neu aufgenommen
- Kindergarten Osterhusen: keine Aufnahme, nur Wechsel von Krippe in Kindergarten
- Kindergarten Westerhusen: 50 Kinder insgesamt, 22 neu aufgenommen
Für die Krippe gibt es laut Gemeinde für das aktuelle Jahr keine Warteliste. „Im Kindergartenbereich haben wir noch fünf Kinder auf der Warteliste, die wir versuchen, zeitnah nach Dringlichkeit einzusteuern“, so der Bürgermeister.
An den beiden Grundschulen in der Gemeinde wurden nach den Sommerferien insgesamt 74 Kinder neu eingeschult.
Investiert wurde in die Einrichtungen in den Sommerferien auch. An der Kita Loppersum wurde das Dach an einer undichten Stelle repariert und die drunterliegenden Räume getrocknet. Dies schlug laut Gemeinde mit 30.000 Euro zu Buche. An der Grundschule Hinte wurde für ebenfalls rund 30.000 Euro der Fußboden in fünf Klassenräumen neu gegossen.