Osnabrück Vertrockneter Rasen? Alternativen gegen die Steppe im Garten
Redakteurin Julia Kuhlmann liebt Staudenbeete mit Wiesencharakter und ist fasziniert von der Idee, sie mit Sand zu mulchen. Nun sollen mehr Beete eine vertrocknete Rasen-Fläche im Garten ersetzen.
Es ist nicht mehr wegzudiskutieren: Wir müssen unsere Gärten an die neue Trockenheit im Sommer anpassen. Vor allem dem Rasen macht der Klimawandel zu schaffen. Auf meinem Grundstück sind die Flächen in der Nähe großer Bäume und Sträucher noch grün, aber auf einer großen Grünfläche, die der Sonne ungeschützt ausgesetzt ist, ist nur noch das Unkraut grün. Wenn ich dann auf die großen üppig blühenden Beete schaue, die sich wie farbenprächtige Inseln aus der Steppe erheben, frage ich mich:
Hören Sie doch mal in unseren Podcast, in dem uns ein Gartenplaner erklärt, warum Stauden-Wiesen pflegeleichter sind als Rasen:
Meine Beetinseln mit der trockenheitsverträglichen Bepflanzung bekommen von mir auch im heißen Sommer kein Wasser, es sei denn, ich pflanze etwas Neues. Dennoch finde ich sie attraktiv.
Das waren die schönen Seiten meines Gartens. Kommen wir zu den anderen und damit zu einer Fläche, die ungeschützt in voller Sonne liegt. Ab Juni diesen Jahres war sie fast durchgängig trockene Steppe.
Ich möchte auf dieser im Sommer schäbigen Fläche nun weitere Beetinseln anlegen. Bei der Suche nach einem geeigneten Weg stieß ich auf die erfolgreichen Versuche, die Till Hofmann und Fine Molz in ihrer Gärtnerei im unterfränkischen Rödelbach unternommen haben: Sie mulchen Beete mit Sand und bepflanzen sie mit trockenheitsresistenten Stauden und Gräsern.
Hören Sie doch mal in unseren Podcast zu einem brandaktuellen Thema: So bekämpfen Sie den Buchsbaumzünsler
Man kennt den Effekt aus Sandkisten, die oben wie ausgetrocknet erscheinen, und fasst man nur zehn Zentimeter tief herein, ist der Sand dort noch feucht. Diesen Effekt macht sich das neue Mulchen mit Sand zunutze. Aber das ist noch nicht alles: Die jungen Stauden werden in der Tat nicht in die Erde gepflanzt, sondern in die Sandschicht. Das soll sie animieren, ihre Wurzeln nach unten durch die Sandschicht ins Erdreich zu strecken.
Die Sandgärtner haben auch auf großer Fläche damit gute Erfahrungen gemacht, wie die beiden folgenden Bilder zeigen:
Dasselbe Beet zwei Jahre später:
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Die wichtigsten Dinge, die man beim Mulchen mit Sand beachten sollte:
Einige Kandidaten für meine neuen Stauden-Wiesen habe ich bereits fest im Blick:
Zu guter Letzt: Wem Sand als Mulchmaterial im Garten trotz einleuchtender Argumente noch ungeheuerlich vorkommt, oder wen das Anfahren größerer Mengen Sand vor Probleme stellt: Wiesenartige Staudenbeete können natürlich auch mit anderer Mulchschicht Teile des Rasens ablösen. Keiner muss im Sommer weiter auf Steppen schauen!
Denken Sie im Herbst bitte an mich: Da ist Pflanz- und Sandzeit in meinem Garten. Die Flächen habe ich schon markiert:
Sie sehen schon: Im Herbst wird keine Langeweile aufkommen. Auch Sie sollten den Herbst als Pflanzzeit dem Frühjahr vorziehen. Angesichts der neuen Trockenheit im Frühjahr wachsen Stauden im Herbst einfach besser an. Es macht aber trotzdem immer Sinn, in der Gärtnerei zu fragen, ob unter den favorisierten Stauden und Gräsern welche sind, die besser erst im Frühjahr gepflanzt werden. Die gibt es nämlich auch.