Sturm gegen Baerbock  Baerbocks Satz ist kein bisschen skandalös

Thomas Ludwig
|
Ein Kommentar von Thomas Ludwig
| 02.09.2022 14:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Im Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock. Foto: dpa
Im Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock. Foto: dpa
Artikel teilen:

Außenministerin Annalena Baerbock erntet einen Shitstorm im Netz. Dabei ist ihre Aussage unabhängig vom Wählerwillen an den Sanktionen festhalten zu wollen, alles andere als skandalös.

Ausgerechnet vor dem Besuch des ukrainischen Ministerpräsidenten Denys Schmyhal an diesem Samstag in Berlin sieht sich Außenministerin Annalena Baerbock in den sozialen Netzwerken mit einer Kampagne konfrontiert, die ihr unterstellt, das Wohl der Ukraine über das Wohl Deutschlands zu stellen. Auslöser war ihre Aussage, das Land bei der Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg so lange wie nötig zu unterstützen – unabhängig davon, wie ihre deutschen Wähler darüber denken.

Unabhängig davon, ob der Twitter-Sturm gegen Baerbock von pro-russischen Kreisen losgetreten und dann von der AfD dankend befeuert wurde oder nicht: Nichts an dem Satz ist verwerflich, geschweige denn skandalös. Baerbock ist bekannt dafür, klare Kante gegen Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu zeigen. Und die Grünen-Politikerin steht nicht im Verdacht, populistisch ihr Fähnchen in den Wind zu hängen.

Regierungsmitglieder haben alles Recht der Welt, sich unbeliebt zu machen. Nur müssen sie dann eben damit rechnen, bei der nächsten Wahl abgestraft zu werden, wenn der öffentliche Druck sie nicht schon zuvor zum Rücktritt zwingen sollte. Eines ist Baerbocks Satz allemal: kommunikativ ungeschickt. Denn eine Ministerin sollte um Zustimmung für ihre Politik werben und nicht den Eindruck vermitteln, den Bürgern die kalte Schulter zu zeigen.

Den Autor erreichen Sie unter mantel@zgo.de

Ähnliche Artikel