Kolumne „Für die Ehre“  Gefährlicher Tratsch

Manuel Goldenstein
|
Eine Kolumne von Manuel Goldenstein
| 03.09.2022 09:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Manuel Goldenstein
Manuel Goldenstein
Artikel teilen:

Samstags geht es hier ums Ehrenamt. Diesmal erklärt unser Kolumnist, warum die Feuerwehr nicht immer alles an die Öffentlichkeit weiter geben kann.

Wenn ich in meiner Funktion als Pressesprecher durch Einsatzstellen der Feuerwehr gehe, dann versuche ich, meine Augen überall zu haben. Einen Gesamtüberblick muss ich mir verschaffen. Informationen sammeln und bereits im Kopf parat legen, um an der Einsatzstelle eintreffende Journalisten mit Informationen zu versorgen. Manchmal ist es allerdings so, dass Menschen geschützt werden müssen, nicht vor Feuer oder einer mechanischen Gewalt. Nein, sie müssen geschützt werden vor Informationen, die an die Öffentlichkeit gelangen könnten.

Zur Person

Manuel Goldenstein (41), geboren in Aurich und aufgewachsen in Südbrookmerland, arbeitet eigentlich als Pfleger im Klinikum Emden. Vor allem aber ist er leidenschaftlicher Feuerwehrmann. Er ist Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Aurich und Sprecher des Arbeitskreises Presse- & Öffentlichkeitsarbeit des Feuerwehrverbands Ostfriesland.

Es gibt wenige dieser Situationen und auch Journalisten wissen über diese „Ausnahme-Zustände“ bescheid. Die Verhinderung der Nachahmung von selbstschädigenden Aktionen und der besondere Schutz von Kindern und Jugendlichen steht dann im Vordergrund. Allerdings finden wir in Internetforen doch immer wieder Personen, die vertrauenswürdige Informationen erhalten und diese verbreiten.

Da sind wir dann wieder bei den „Ich-weiß-was-Menschen“. Es wird nicht nachgedacht. Und wenn der „Ich-weiß-was-Mensch“ darauf aufmerksam gemacht wird, bekommt man in der Regel auch noch Sprüche um die Ohren gekloppt, wie „Was geht dich das an?“. Einsatzkräfte der Feuerwehren, die solche Informationen verbreiten, können mit Gesprächen rechnen. Allerdings bleiben die Menschen, die nicht in einer Feuerwehr oder Hilfsorganisation sind und diese Informationen verbreiten, in der Regel ungeschoren. Sie erhalten dann eher noch Belohnungen in Form von „Daumen hoch“.

Was bringt dir eigentlich diese Informationsverbreitung, die dazu auch noch oft unvollständig oder fehlerhaft ist? Nichts! Die Neugierigen lesen deine Information und klicken weiter. Eine heldenhafte Tat sieht anders aus. Vertrauenseinhaltung, Schweige- und Verschwiegenheitspflicht sowie Datenschutz sind für uns wichtig! Wir müssen nicht nur uns vor Gefahren schützen, sondern auch Betroffene.

Kontakt: kolumne@zgo.de

Ähnliche Artikel