Rote Zahlen in Emden, Aurich und Norden  Kliniken machen 12,1 Millionen Euro Verlust

Marion Luppen
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Von Marion Luppen
| 01.09.2022 14:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Ubbo-Emmius-Klinik – im Bild der Standort Aurich – schreibt seit Jahren rote Zahlen. Foto: Archiv/Ortgies
Die Ubbo-Emmius-Klinik – im Bild der Standort Aurich – schreibt seit Jahren rote Zahlen. Foto: Archiv/Ortgies
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Die Krankenhäuser in Aurich, Emden und Norden haben im vergangenen Jahr erneut fette Verluste eingefahren. Die Aussichten sind nicht gerade rosig.

Aurich/Emden/Norden - Die Krankenhäuser in Aurich, Emden und Norden haben im vergangenen Jahr einen Verlust von 12,1 Millionen Euro gemacht – rund 700.000 Euro mehr als im Vorjahr. Das teilte die Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden am Donnerstag mit. 6,1 Millionen Euro Minus entfallen auf die Ubbo-Emmius-Klinik Aurich/Norden, 5,2 Millionen auf das Hans-Susemihl-Krankenhaus Emden. In das Konzernergebnis fließen außerdem Ergebnisse der Tochtergesellschaften wie MVZ Emden und Ostfriesische Frischmenü ein.

Der Landkreis Aurich und die Stadt Emden tragen den Gesamtverlust nach der Aufteilung 70:30. Das heißt: Aurich muss 70 Prozent ausgleichen, Emden 30 – unabhängig davon, welche Defizite an welchem Standort entstehen. So war es durch eine Änderung des Konsortialvertrags 2020 beschlossen worden.

Negativrekord aus dem Jahr 2016

Die beiden Kommunen planen gemeinsam eine Zentralklinik. Das neue Krankenhaus in Uthwerdum (Gemeinde Südbrookmerland) soll 2028 die drei bestehenden Häuser ersetzen. Sowohl die UEK als auch das Hans-Susemihl-Krankenhaus schreiben seit Jahren rote Zahlen. Den traurigen Rekord hatte es 2016 gegeben. Damals fuhr Aurich/Norden ein Defizit von 13,9 Millionen Euro ein, Emden ein Minus von 4,5 Millionen.

Bestimmende Faktoren für das Jahresergebnis 2021 waren nach Angaben der Trägergesellschaft Maßnahmen zur Pandemiebewältigung, Einflüsse der Rettungsschirme, Sonderfinanzierungen und Budgetverhandlungen. Die Budgetverhandlungen mit den Krankenkassen für die Jahre 2020 und 2021 sind noch nicht abgeschlossen.

Fallzahlen in Kliniken sinken

Immer mehr Patienten werden ambulant behandelt, die Fallzahlen in den Kliniken sinken. Auf diese Entwicklung müsse sich die Trägergesellschaft sowohl für die bestehenden Kliniken als auch im Hinblick auf die Zentralklinik einstellen, heißt es in der Pressemitteilung. Die Trägergesellschaft ermittelt derzeit Einsparmöglichkeiten in allen Klinikbereichen. Erste Ergebnisse seien am Dienstag dem Aufsichtsrat und der Gesellschafterversammlung vorgestellt worden. Eine umfassende Diskussion und Beschlussfassung sei für Ende September geplant.

Erst in der vergangenen Woche hatten die niedersächsischen Krankenhäuser Alarm geschlagen und wegen der explodierenden Kosten um Hilfe gebeten. Mehrausgaben für Energie, medizinische Produkte, Medikamente und Lebensmittel könnten nicht in Form von Preiserhöhungen weitergeben werden, da die Leistungen der Kliniken pauschal vergütet würden. Auch Claus Eppmann, Geschäftsführer der Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden, nimmt die Bundespolitik in die Pflicht und fordert „einen angemessenen Ausgleich“ für die Kostensteigerungen.

Der Auricher Landrat Olaf Meinen (parteilos) ist Vorsitzender des Klinik-Aufsichtsrats. Er würdigt laut der Pressemitteilung den Beitrag der mehr als 2400 Klinik-Beschäftigten zur Bewältigung der Pandemie. Sie hätten die Gesundheitsversorgung zu jedem Zeitpunkt sichergestellt. „Das verdient unser aller Respekt und den ausdrücklichen Dank des gesamten Aufsichtsrates.“ Aufgabe der Trägergesellschaft sei es, verlässliche Perspektiven für die Beschäftigten zu gewährleisten. Der Emder Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender weist auf hohe Belastungen für die Mitarbeiter durch krankheitsbedingte Ausfälle hin.

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