Kolumne „Für die Ehre“  Bürgerdienst oder doch Freiwilligkeit?

Manuel Goldenstein
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Eine Kolumne von Manuel Goldenstein
| 27.08.2022 08:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Manuel Goldenstein
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Samstags geht es in unserer Kolumne ums Ehrenamt. Diesmal knöpft sich unser Kolumnist die politische Debatte um den Bürgerdienst vor.

Politiker lassen in den letzten Monaten gelegentlich den Begriff Bürgerdienst fallen. Damit ist die Verpflichtung von Bürgern zu einem Dienst im Bereich des Bevölkerungsschutzes gemeint. Eigentlich keine neue Idee. Zu Zeiten der Wehrpflicht gab es auch bereits die Möglichkeit, unter besonderen Voraussetzungen, den Zivildienst abzuleisten oder sich in einer Katastrophenschutzeinheit für eine Zeit von zehn Jahren zu verpflichten. Kommt das wieder?

Zur Person

Manuel Goldenstein (41), geboren in Aurich und aufgewachsen in Südbrookmerland, arbeitet eigentlich als Pfleger im Klinikum Emden. Vor allem aber ist er leidenschaftlicher Feuerwehrmann. Er ist Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Aurich und Sprecher des Arbeitskreises Presse- & Öffentlichkeitsarbeit des Feuerwehrverbands Ostfriesland.

Den Schutz der Menschen durch verpflichtete Frauen und Männer stärken? Ja, dieses Mal sind sicherlich auch die Frauen mit dran, während der frühere Wehrdienst ausschließlich die Männer betraf. Aber zurück zur Frage: Zu Wehrdienstzeiten hat die Verpflichtung im Bevölkerungsschutz Leute halten können im Ehrenamt, allerdings waren viele auch nur da und haben ihre Zeit abgesessen. Zudem mussten Ehrenamtler die Anwesenheit und Tätigkeit der Verpflichteten überwachen, was nicht immer ein angenehmer Job war.

Sollte irgendwann der Bürgerdienst kommen, dann muss eine Struktur gestrickt werden, um das Ehrenamt nicht zu belasten. Weiterhin fehlt es bei einigen ehrenamtlichen Institutionen an Schutzkleidung, Material und Fahrzeugen. Der Einsatz von privaten finanziellen Mitteln ist sicherlich kein Bürgerdienst. Vielleicht kann man Ehrenämter im Bevölkerungsschutz durch aktuellere und angepasstere Vorschriften, Strukturen und dem Anreiz einer persönlichen Besserstellung personell besser bedienen. Ich bin davon überzeugt!

Dazu ist es notwendig, die Finanzierung deutlich zu erhöhen und nicht nur 0,2 Prozent des Verteidigungshaushaltes zu verwenden. Aufrufen zum Engagement und nur Staub zur Umsetzung bereitstellen, geht gar nicht! Wir Ehrenamtler sind die Macher im Schutz der Bevölkerung. Der Stundenlohn wird nicht in Euro gezahlt, es sind Werte, die vielleicht bei einigen Verantwortlichen in der oberen Etage gar nicht bekannt sind.

Kontakt: kolumne@zgo.de

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