17-Jähriger fährt Speedway Quer durchs Land für die rasante Karriere
Mit zehn Jahren saß Ben Iken erstmals auf einer Speedway-Maschine. Über die Jahre hat er sich zu den besten Nachwuchsfahrern in Deutschland entwickelt.
Marienhafe - Als Opa Lübbo Janssen seinen zehnjährigen Enkel erstmals auf ein Motorrad stiegen ließ, war das Feuer für den Motorsport in Ben Iken sofort entfacht. „Seitdem wollte ich nichts anderes mehr als Speedwayfahren“, sagt der heute 17-Jährige. Der junge Mann aus Marienhafe hat sich über die Jahre rasant entwickelt und gehört mittlerweile zu den besten Nachwuchsfahrern in Deutschland.
Anfrage aus der Speedway-Nation Polen
Seine Fahrkünste in den Speedway-Rennen, bei denen die Motorsportler ihre Maschinen auf den ovalen Rennstrecken seitwärts in die Kurven legen und sich mit ihrem linken Bein abstützen, um die Balance zu halten, haben dabei wohl auch schon das Interesse von Vereinen im Ausland geweckt. So habe es bereits eine Anfrage aus der Speedway-Nation Polen gegeben, berichtet Ikens Trainer Meik Lüders vom MC Norden. Er coacht den Marienhafer, der aktuell eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker macht, schon seit der Jugend im Motodrom Halbemond. „Er ist wirklich Feuer und Flamme für diesen Sport“, sagt Lüders. „Er will sich stetig weiterentwickeln und setzt die Dinge im Training immer sofort um“, lobt er seinen Schützling, der die Rennen in der Juniorenklasse für den MC Norden bestreitet. In der Speedway-Liga Nord sowie im Speedway-Team-Cup – die „Zweite Bundesliga“ – fährt Iken für das „Emsland Speedway Team“-Dohren beziehungsweise für den MSC Cloppenburg.
In der Saison, die von März bis Oktober dauert, ist Ben Ikens Terminkalender prall gefüllt. Die volle Unterstützung erfährt der Teenager von seinen Eltern, die mit ihm an den Wochenenden mit einem umgebauten Kleintransporter quer durch Deutschland reisen. Für Bernhard Iken, der die Motorräder pflegt und für die Rennen vorbereitet, und seine Frau Andrea sind die Rennen aber nicht nur reine Sportevents, sondern vielmehr große Freundestreffen. „Das ist wie eine große Familie“, sagt Andrea Iken. „Da mein Papa als Mechaniker und mein Vetter als Fahrer auch immer zu den Rennen gefahren sind, kenne ich das von klein auf und ich liebe diesen Sport genauso“, strahlt Andrea Iken. Deshalb wird das Familienleben auf den Rennplan abgestimmt – und Geburtstage werden auch mal auf dem Campinglatz gefeiert.
Auf Tour in zwei Bundesländern
Die kommenden Wochenenden sind die Ikens ebenfalls wieder auf Tour: Samstag und Sonntag nimmt Ben Iken an einem Trainingscamp in Brokstedt (Schleswig-Holstein) teil, nächstes Wochenende steht ein Liga-Nord-Rennen in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) an.
Ben Iken wird nun an die höchste Maschinenklasse von 500 ccm herangeführt, in der die Konkurrenz noch mal wesentlich stärker sein wird. Mutterängste seien da nicht angebracht. „Ich weiß, dass Ben sehr bedacht und konzentriert fährt“, sagt Andrea Iken, die vollstes Vertrauen in die Fahrkünste ihres Sohnes hat. Die bislang schlimmste Verletzung, die sich Ben Iken zugezogen hat, war ein Schlüsselbeinbruch. „Aber mein Bruder kommt regelmäßig mit wesentlich mehr Blessuren vom Fußball“, sagt Ben Iken und lächelt.