OTG hat Entwurf eingereicht  Ostfriesisches Teetassen-Emoji – bald auf jedem Handy verfügbar?

Dorothee Hoppe
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Von Dorothee Hoppe
| 20.08.2022 17:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Teetasse mit der Ostfriesischen Rose soll nach Wunsch der OTG zukünftig als Emoji in den sozialen Medien verfügbar sein. Foto: Ostfriesland Tourismus GmbH
Die Teetasse mit der Ostfriesischen Rose soll nach Wunsch der OTG zukünftig als Emoji in den sozialen Medien verfügbar sein. Foto: Ostfriesland Tourismus GmbH
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Die Ostfriesland Tourismus GmbH hat ein Teetassen-Emoji entworfen und macht sich dafür stark, dass das bald für alle in den sozialen Medien verwendbar ist. Wie kommt die Idee an?

Ostfriesland - Ostfriesen, die in den sozialen Medien unterwegs sind oder mit Freunden und Familie über den Messenger-Dienst Whatsapp kommunizieren, haben vielleicht schon mal vergeblich ein Teetassen-Emoji gesucht. Emojis sind kleine Symbole, die in der Kommunikation im Internet und auf mobilen Endgeräten verwendet werden. Mit etwas Glück gibt es da vielleicht bald etwas direkt aus Ostfriesland.

Was und warum

Darum geht es: um einen Beitrag zur Förderung des immateriellen Kulturerbes Ostfrieslands

Vor allem interessant für: Ostfriesen, Teetrinkerinnen und Teetrinker

Deshalb berichten wir: Die Ostfriesland Tourismus GmbH hat einen Teetassen-Emoji entworfen und setzt sich dafür ein, dass dieser bald für alle in den sozialen Medien verwendbar ist.

Die Autorin erreichen Sie unter: d.hoppe@zgo.de

„Das, was bisher an Tee-Emojis vorhanden ist, ist nicht zufriedenstellend“, findet Wiebke Leverenz, Sprecherin der Ostfriesland Tourismus GmbH (OTG). „Da haben wir gedacht, das kann es doch nicht sein.“ So hat es die OTG gemeinsam mit ihrer Werbeagentur selbst in die Hand genommen, etwas „stilecht aus Ostfriesland“ zu entwerfen. Dieser Entwurf liegt nun einer Jury vor, die darüber entscheidet, welche neuen Emojis eingeführt werden.

Von der Idee bis zum Antrag

„Die Idee haben wir schon sehr lange bei uns an der Pinnwand hängen, jetzt wollten wir das in Angriff nehmen“, sagt Leverenz. Die Gestaltung des Emojis an sich habe dabei nicht mal am längsten gedauert, sondern eher die Antragsstellung. Damit dieses Emoji auch offiziell in den sozialen Medien von allen genutzt werden kann, muss nämlich ein Antrag bei der gemeinnützige Organisation Unicode beziehungsweise der Emoji Foundation, die sich um die Standardisierung der digitalen Kommunikation kümmert, gestellt werden.

„Der Antrag muss online ausgefüllt werden und beinhaltet verschiedene Unterlagen, eine Beschreibung des Emojis und den Entwurf selbst“, weiß die Sprecherin der OTG. „Wir haben bei der Jury ein repräsentatives Teetassen-Emoji mit der Ostfriesischen Rose eingereicht, da das bisherige Emoji sich nur marginal von einer Kaffeetasse unterscheidet. Mit der Bedeutung der Teekultur weltweit hoffen wir auf ein positives Votum der Jury“, erläutert Oliver Knagge, Online Manager der OTG. Dafür hätten sie auch einige Fürsprecher gesammelt, verrät die Sprecherin. Doch wie kommt die Idee hier in Ostfriesland an?

In Bünting Teemuseum wird mit Zeichnungen erklärt, wie man Ostfriesentee trinkt. Die Bilder kommen dem Emoji-Entwurf der OTG recht nah. Foto: Hoppe/Archiv
In Bünting Teemuseum wird mit Zeichnungen erklärt, wie man Ostfriesentee trinkt. Die Bilder kommen dem Emoji-Entwurf der OTG recht nah. Foto: Hoppe/Archiv

Zuspruch von Bünting, Thiele und der Ostfriesischen Landschaft

„Wir haben in unserem Museum einen gemalten Ablauf, der zeigt, wie die Teezeremonie funktioniert. So ähnlich würde ich mir auch so ein Emoji vorstellen“, erzählt Celia Hübl, Leiterin des Bünting Teemuseums in Leer. Sie fände es gut, wenn man das Emoji zur Identifikation mit Ostfriesland nutzen könnte. Auch wenn sie meint, dass man das Ganze nicht auf eine Tasse reduzieren könne: „Für uns ist wichtig, was dahintersteht.“ Die Ostfriesische Rose auf der Tasse findet Hübl als Design perfekt gewählt: „Anders geht es nicht!“, ist sie überzeugt. „Teetrinken in Ostfriesland verbindet man einfach mit der Tasse, auf der diese Rose drauf ist.“ Diese gebe es immerhin schon seit über 300 Jahren.

Rico Mecklenburg, Präsident der Ostfriesischen Landschaft, mag persönlich das „friesisch blau“ lieber, dennoch findet er die Wahl auch gut: „Das ist ja DAS traditionelle Muster für Teegeschirr“, betont er. Mecklenburg freut sich über den „neuen Mosaikstein“, der das immaterielle Kulturerbe Ostfrieslands fördern könnte. Dem kann Franz Tiehle, Geschäftsführer von Thiele Tee, nur zustimmen: „Es ist uns – gemeinsam mit der Ostfriesischen Landschaft – ein großes Anliegen, dieses Kulturgut mit über 400 Jahren Tradition zu fördern. Der Vorschlag der OTG ist eine tolle Unterstützung dabei. Es ist eine schöne und sympathische Idee.“

Abwarten und Tee trinken

Ob es bald die Möglichkeit gibt, „Freunde und Familie in den sozialen Medien adäquat zur Teezeremonie einzuladen“, wie Leverenz es ausdrückt, ist noch unsicher. Ihres Wissens nach gebe es bisher erst ein Emoji aus Deutschland, das von der Jury positiv bewertet und aufgenommen wurde, nämlich die Discokugel.

Dennoch sei die OTG sehr optimistisch. „Die Entscheidung, welche Emojis weltweit eingeführt werden, trifft eine Jury mit Mitgliedern von Unternehmen wie Amazon, Google und Facebook. Im September kommen sie das nächste Mal zusammen. Es kann aber auch sein, dass erst im nächsten Jahr über unser Teetassen-Emoji entschieden wird“, erklärt die OTG-Sprecherin. „Nun heißt es – im wahrsten Sinne – abwarten und Tee trinken.“

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