Erdgasleitung von Wilhelmshaven Bergbaubehörde genehmigt Bau der LNG-Anbindungsleitung
Gebaut wird schon unter Hochdruck, nun gibt es auch die Genehmigung dazu: Vorhaben im Zusammenhang mit dem LNG-Terminal vor Wilhelmshaven genießen Sonderbehandlung.
Wilhelmshaven/Hannover - Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat den Bau und den Betrieb der Wilhelmshaven-Anschluss-Leitung (WAL) am Freitag zugelassen. Dabei handelt es sich um die etwa 26 Kilometer lange Leitung, durch die künftig Erdgas vom geplanten LNG-Terminal in Wilhelmshaven bis zur nächsten Anschlussstelle an das deutsche Gasnetz transportiert werden soll.
Die Bauarbeiten für diese Leitung haben allerdings schon begonnen, sowohl an dem Netzanschlusspunkt nahe Etzel als auch bei Hooksiel, wo das schwimmende LNG-Terminal noch in diesem Winter anlegen und in Betrieb genommen werden soll. Grund dafür war eine vorzeitige Baugenehmigung, die das LBEG schon am 24. Juni ausgesprochen hatte. Die Eile wurde mit Verweis auf das Energiewirtschaftsgesetzes begründet, das ein solches Vorgehen bei einem „berechtigten oder öffentlichen Interesse“ erlaubt.
Weg von russischem Gas
Der Bau der WAL hängt direkt mit dem Wunsch der Bundesregierung zusammen, sich möglichst schnell unabhängig zu machen von russischem Gas. Um sich andere Märkte für Erdgas zu erschließen, zu denen es keine Pipeline wie nach Russland gibt, will Deutschland in aller Eile mindestens vier schwimmende LNG-Terminals in Betrieb nehmen. Dort kann das per Schiff in flüssiger Form (LNG) transportierte Erdgas in Empfang genommen werden. Dort wird es auch wieder in seinen gasförmigen Zustand zurückversetzt.
Das erste dieser von der Bundesregierung gepachteten Spezialschiffe wird in diesem Winter vor Hooksiel bei Wilhelmshaven anlegen. Da es von dort aber noch keine Gasleitung gibt, muss sie noch schnell gebaut werden. Das macht das Leitungsbauunternehmen Open Grid Europe (OGE). Die LNG-Anbindungsleitung soll vom Voslapper Groden-Nord im Norden von Wilhelmshaven zur Norddeutschen Erdgas Transversale (NETRA) am Speicher Etzel bei Friedeburg (Landkreis Wittmund) verlegt werden.