Kolumne „Für die Ehre“  Wir wissen, was wir machen und brauchen!

Manuel Goldenstein
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Eine Kolumne von Manuel Goldenstein
| 20.08.2022 09:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Immer wieder sprechen Politiker über Investitionen in den Bevölkerungsschutz. Dabei wissen die Menschen, die dort arbeiten, selbst am besten darüber Bescheid.

Kürzlich habe ich an einer Veranstaltung teilgenommen, in der Politiker wieder einmal ihre viel zu langen Grußworte abhielten. Es ist in Ordnung, wenn wichtige Inhalte mitgeteilt werden und nicht auch noch fünf andere ein zu langes Grußwort kommen. Die Veranstaltung war ausschließlich mit ehrenamtlich engagierten Helfern und Einsatzkräften besucht und es war ehrenvoll, hochrangige Politiker dort anzutreffen, eines ist jedoch vielen aufgefallen: Inhalte einiger Reden drehten sich stetig darum, was wir machen und dass wir unsere Arbeit ehrenamtlich machen sowie unsere private Zeit dafür opfern; und das noch wiederholend.

Zur Person

Manuel Goldenstein (41), geboren in Aurich und aufgewachsen in Südbrookmerland, arbeitet eigentlich als Pfleger im Klinikum Emden. Vor allem aber ist er leidenschaftlicher Feuerwehrmann. Er ist Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Aurich und Sprecher des Arbeitskreises Presse- & Öffentlichkeitsarbeit des Feuerwehrverbands Ostfriesland.

Den ehrenamtlich Engagierten ist bewusst, dass sie ihre private Zeit geben, sehen es allerdings nicht als „Opfer“, sondern sinnvoll einsetzten, für andere und sich selbst, denn wir gestalten unser Leben danach. Lieber hätte ich in den Reden gehört, dass es mehr und einfacherer Förderung für das Ehrenamt gibt. Stattdessen drehte sich das Thema um die Reduzierung der Mittel für den Bevölkerungsschutz. Allein diese Aussagen, mit verwirrenden Umrechnungen, hatte sicherlich nicht nur mir schon gereicht, zudem langweilte ich mich letztlich in meiner Verärgerung.

Die Frage, nachdem was benötigt wird, bei den Menschen, die mit den Gerätschaften an der Basis arbeiten, sollte gestellt und deutlich umgesetzt werden und das nicht in einem jahrelangen Prozess, weil zu viele wichtige Menschen mitreden müssen. Nichts scheint momentan wichtiger als die Mehrinvestition in den Bevölkerungsschutz, auch wenn dieses nicht von jedem so gesehen wird. Klimawandel, nahe Kriege und pandemische Lagen sprechen eigentlich für sich. Politische Wertschätzung des Ehrenamtes funktioniert über eine leistungsstarke Ausstattung der Feuerwehren und Hilfsorganisationen, die immer aktuell ist und nicht über einmalige Zuwendungen oder zeitlich begrenzte Erhöhungen der finanziellen Mittel! Wir wissen, was wir machen und brauchen.

Kontakt: kolumne@zgo.de

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