Folgen des Ukraine-Krieges Emden will Geflüchtete in Nordseehalle unterbringen
Die Stadt rechnet laut Informationen dieser Zeitung mit einer Vervierfachung der Geflüchtetenzahlen aus der Ukraine. In der Nordseehalle soll Platz für bis zu 350 Menschen geschaffen werden.
Emden - Darüber gemunkelt wird schon seit Längerem: Die Stadt Emden rechnet damit, dass deutlich mehr Geflüchtete aus der Ukraine untergebracht werden müssen als bisher. So viele, dass wie bislang eine eher dezentrale Unterbringung nicht mehr möglich sein wird. Wie aus politischen Kreisen zu erfahren war: Geplant ist, die Nordseehalle zu nutzen.
Die Stadt will dazu an diesem Donnerstag, 18. August, auf einer Pressekonferenz nähere Angaben machen. Dem Vernehmen nach wird mit einer Vervierfachung der Flüchtlingszahlen gerechnet. In der Nordseehalle soll deswegen Platz für 300 bis 350 Geflüchtete geschaffen werden.
Auswirkungen auf Veranstaltungen
Diese Maßnahme hätte voraussichtlich gravierende Folgen, denn Veranstaltungen in der Nordseehalle sind dann nicht mehr möglich. Dies würde nicht nur zahlreiche Kulturveranstaltungen betreffen, sondern auch Events wie die Emder Eiszeit. Über letztere wurde aufgrund der steigenden Energiepreise bereits in den vergangenen Wochen diskutiert. Die dadurch entstehenden Verluste würden in die Hunderttausende gehen.
Im vergangenen Monat waren seit Kriegsbeginn offiziell 563 aus dem Krisengebiet geflüchtete Menschen in Emden aufgenommen worden. 346 davon waren weiblich, 217 männlich. Unter ihnen waren 225 Minderjährige. Ob und inwieweit weitere bestehende Strukturen wie das Ankunftszentrum in Barenburg oder das Willkommenszentrum an der VHS verändert werden, ist unbekannt. Die Pressekonferenz soll um 12 Uhr stattfinden.