Sommerferien gehen zu Ende Schulstart mit Corona-Tests aber ohne Maskenpflicht
Das Land setzt auf Freiwilligkeit. Der Leeraner GEW-Chef appelliert an Lehrer und Schüler: Unbedingt testen. Schulschließungen soll es nicht wieder geben.
Hannover/Leer - Wenn die Kinder und Jugendlichen in Niedersachsen nächste Woche Donnerstag, 25. August, nach Ende der Sommerferien ins neue Schuljahr starten, sollten sie sich vorher zu Hause auf Corona testen. Das Kultusministerium in Hannover hat bekannt gegeben, dass die Schule mit einer „intensivierten Testphase“ beginnt – allerdings auf freiwilliger Basis. An den ersten fünf Schultagen bis einschließlich Mittwoch, 31. August, können sich die Schüler täglich testen. „Wir empfehlen, von der Testmöglichkeit Gebrauch zu machen“, lautet der Appell von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD).
Nach dem Ende der intensiven Testphase setzen die Schulen laut Ministerium das bisherige Verfahren mit freiwilligen Testangeboten für alle Schüler und Beschäftigten fort. Dafür stelle das Land weiterhin jeder Schülerin und jedem Schüler bis zu zwei Tests pro Woche zur Verfügung. Stefan Störmer, Landesvorsitzender der Bildungsgewerkschaft GEW und selbst Lehrer am Teletta-Groß-Gymnasium in Leer, hofft, „dass sich möglichst viele Schüler und Lehrer an den Corona-Tests beteiligen“. Hätte er sich eine Test-Pflicht gewünscht? Die GEW hatte sich in den vergangenen Wochen dafür ausgesprochen. „Ich finde es gut, dass überhaupt Tests zur Verfügung gestellt werden“, sagt Störmer jetzt diplomatisch. „Wir empfehlen aber auf alle Fällen, die Tests zu nutzen.“
Störmer: Maske tragen und warm anziehen
Laut Tonne lässt es das derzeitige Infektionsgeschehen zu, dass das Testen freiwillig bleibt. Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL) kritisiert, das. Es sei zu befürchten, dass eine freiwillige Testphase ihren Zweck verfehle.
Auch eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung besteht weiterhin nicht. „Freiwillig kann und darf jedoch eine Maske getragen werden“, heißt es aus dem Kultusministerium. „Ich kann nur allen Kollegen raten, eine Maske zu nutzen. Sie ist ein probates Mittel um sich schützen – vor allem in kleinen Klassenräumen, wo man nur wenig Abstand halten kann“, sagt Störmer.
Erklärtes Ziel der Landesregierung ist es, die Schulen offenzuhalten und Präsenzunterricht zu gewährleisten. Deshalb geht Störmer davon aus, dass man sich im Herbst/Winter in den Klassenräumen „wieder warm anziehen muss“. Denn: „Ums Lüften wird man wohl nicht herumkommen.“ Zumal längst nicht alle Schulen in Lüftungsanlagen investiert hätten. Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Björn Försterling, fordert Minister Tonne deshalb auf, Luftfilter von den Schulträgern einzufordern.