Kuriose Funde in Weener Als der Bauhof eine wilde Müllkippe mit Sexspielzeug entdeckte
Die Stadt Weener stellt eine steigende Zahl wilder Müllentsorgung fest. In Leer dagegen ist der Trend rückläufig. Ein besonderes Phänomen tritt im gesamten Kreisgebiet auf.
Weener - Pflasterplatten und anderen Bauschutt haben Unbekannte in der vergangenen Woche auf dem „Südlichen Weg“ in Diele einfach in der Landschaft abgeladen. „Illegale Müllentsorgung in größerem Umfang hat sehr stark zugenommen“, stellt Kerstin Beier, Pressesprecherin der Stadt Weener, fest.
Was und warum
Darum geht es: In Weener häufen sich die Fälle wilder Müllentsorgung. In einigen Fällen gelingt es, die Verursacher zu ermitteln.
Vor allem interessant für: alle, die sich für Umweltschutz interessieren
Deshalb berichten wir: Aktuell wurden große Mengen Bauschutt illegal im Weeneraner Ortsteil Diele entsorgt. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
Der bislang kurioseste Fund war nach ihren Worten eine größere Sammlung von „Spielzeug“ für Erwachsene. Sperrmüll wie Sofas, Schränke, Tische, Stühle, aber auch alte Waschmaschinen, Kühlschränke und Herde würden häufig in der Landschaft entsorgt. „Dasselbe gilt für Bauschutt und Sondermüll wie Eternitplatten, Farbreste, Öle und Altreifen. Weitere Funde sind Schlachtabfälle und Tierkadaver“, so Beier weiter. In einigen Fällen konnten nach ihren Worten durch entsprechende Hinweise die Verursacher ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden.
Müllfahnder ermitteln Verursacher
Das gelang auch in einem Fall in Leer. Über die Weihnachtsfeiertage des vergangenen Jahres hatten Unbekannte im Westerhammrich große Mengen Müll entsorgt. Darunter befand sich auch Dachpappe und Dämmwolle, die als Sondermüll gilt. Von Mitarbeitern des Baubetriebshofs der Stadtwerke Leer wurde alles eingesammelt und nach Breinermoor befördert. „Der Verursacher konnte ermittelt werden, weil in den Abfällen Firmendokumente gefunden wurden“, berichtet Stadtwerkesprecher Edgar Behrendt. Die Kosten für die Entsorgung wurden dem Verursacher in Rechnung gestellt.
Anders als in Weener können die Stadtwerke Leer keine steigende Tendenz bei „wildem Müll“ feststellen. Was dagegen zugenommen habe, sei achtlos weggeworfener Müll, bedingt durch das veränderte Freizeitverhalten vieler Bürger. „So haben wir im Bereich der Innenstadt, am Hafen und in den Parks richtige Feier-Hotspots“, berichtet Behrendt. Häufig seien es aber auch größere Mengen von Müllsäcken, die einfach im Hammrich entsorgt würden. „Beispielsweise auf der Strecke zur Pünte“, berichtet der Stadtwerke-Sprecher. Auch Altreifen würden häufig auf diese Weise entsorgt.
Umweltstraftaten werden geahndet
„Im Landkreis Leer hat sich ein Brennpunkt herauskristallisiert: die Standorte der Altglas-Container“, macht Landkreis-Pressesprecher Philipp Koenen deutlich. Der Abfallwirtschaftsbetrieb fährt die Standorte regelmäßig ab, kontrolliert und reinigt sie. „Die Mitarbeiter haben schon seit langer Zeit damit zu kämpfen, dass dort immer wieder illegal Abfälle entsorgt werden“, so Koenen, „das bewegt sich weiterhin auf einem hohen Niveau“. Dadurch steige auch der Arbeitsaufwand bei der Unteren Abfallbehörde des Landkreises, wo die Fälle geahndet werden.
Denn die Zuständigkeit für illegale Müllentsorgung liegt beim Landkreis Leer. Hinweise des städtischen Ordnungsamt auf den Verursacher, die wie im Westerhammrich gelegentlich beim Durchsuchen des Mülls auftauchen, werden an den Landkreis weitergegeben.
Die Behörde übernimmt dann die weiteren Ermittlungen und leitet ein Bußgeldverfahren ein. „Die Abfallbehörde prüft, ob es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt, und leitet dann ein Verfahren ein“, berichtet Landkreissprecher Philipp Koenen. Liegt eine Umweltstraftat vor, wie bei der illegalen Entsorgung umweltgefährdender Abfälle wie Dämmwolle, ist die Polizei zuständig und leitet das Verfahren an die Staatsanwaltschaft weiter. Manchmal erfolgt eine sogenannte Ersatzvornahme: Die Untere Abfallbehörde sorgt dafür, dass die Abfälle entsorgt werden und übernimmt zunächst die Kosten. „Im Zweifel kann es dazu kommen, dass die Kosten nicht zurückerstattet werden und die öffentliche Hand somit die Kosten tragen muss“, so der Landkreissprecher.