Sylt  Die Mauer muss weg! Die Punker-Pinkel-Mauer auf Sylt fällt

Lea Sarah Pischel
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Von Lea Sarah Pischel
| 10.08.2022 17:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Direkt neben dem Wilhelminen-Brunnen auf Sylt: Als Schutz vor Punk-Wildpinklern in Westerland war vor sieben Wochen eine Mauer aufgebaut worden. Jetzt soll sie wieder eingerissen werden.

Knapp zwei Monate nachdem die Gemeinde Sylt eine Mauer gegen Wildpinkler in Westerland aufgebaut hatte, soll diese am Donnerstag wieder fallen. „Der Auftrag ist erteilt, nach aktuellem Stand wird die Mauer am Donnerstag entfernt“, sagte Gabriele Gotthardt, Leiterin des Ordnungsamtes auf Sylt am Dienstagabend auf der Sitzung des Hauptausschusses in Westerland. Die Verantwortlichen hatten zuletzt vereinbart, das letzte Juli-Wochenende abzuwarten, um „die Lage dann zu bewerten und eine Entscheidung zu treffen“.

Diese ist jetzt gefallen: Die Gemeinde Sylt hatte den massiven Betonklotz vorübergehend aufstellen lassen. Er sollte die dort feiernden und trinkenden Punks davon abhalten, in die dahinterliegende Unterführung zu pinkeln sowie andere Dinge zu tun - wie Reste von Toilettenpapier immer wieder zeigten.

„Die Abgrenzung des Privatweges erfolgt durch die Gemeinde, um das Eigentum zu schützen und weitere Verunreinigung zu vermeiden“, teilte Bürgermeister Häckel damals mit. Die Maßnahme war eine von vielen Anregungen, die im Juni im Hauptausschuss diskutiert worden waren. Dort wurde jetzt am Dienstagabend auch bekannt gegeben, dass die Betonklötze wieder weichen sollen.

Grund dafür ist unter anderem, dass sich der Pinkel-Hotspot verlagert hat: Während sich die Punks zunächst rund um den Wilhelminen-Brunnen versammelt hatten, schlafen und treffen sie sich seit rund zwei Wochen im Protestcamp gegenüber des Rathauses.

Damit die mehr als 50 Bewohner des Punk-Protestcamps nicht in Gebüsche oder an Straßenränder pinkeln, will die Gemeinde Sylt jetzt weitere Dixie-Toiletten aufstellen. Auch das hatten die Mitglieder des Hauptausschusses am Dienstagabend beschlossen. 

Die Unterführung ist seit dem 22. Juni nicht mehr passierbar. Sie führt vom Wilhelminen-Brunnen unter anderem zum Reformhaus Schulz. Dessen Betreiberin Katrin Eicker hatte zuletzt öffentlich kritisiert, dass die provisorische Wand den Durchgang zu ihrem Laden versperrt - sie fühle sich „eingemauert“. Rund zwei Monate mussten ihre Kunden einen deutlichen Umweg machen, um das Geschäft von Eicker zu erreichen. 

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