Bremen  Der SV Werder Bremen wird schnell wissen, wohin die Reise geht

Hans-Jürgen Gundelach
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Von Hans-Jürgen Gundelach
| 05.08.2022 17:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Würden am Samstag natürlich allzu gerne den ersten Bundesliga-Sieg nach dem Wiederaufstieg bejubeln: die Werder-Profis (von links) Romano Schmid, Marvin Ducksch und Mitchell Weiser. Foto: imago images/Matthias Koch
Würden am Samstag natürlich allzu gerne den ersten Bundesliga-Sieg nach dem Wiederaufstieg bejubeln: die Werder-Profis (von links) Romano Schmid, Marvin Ducksch und Mitchell Weiser. Foto: imago images/Matthias Koch
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Der ehemalige Fußball-Profi Hans-Jürgen Gundelach analysiert exklusiv für das „Delmenhorster Kreisblatt“ die Fußball-Bundesliga und die Spiele des SV Werder Bremen. Der Torhüter kam in 194 Erst- und Zweitligaspielen für Eintracht Frankfurt, den FC Homburg und den SV Werder zum Einsatz. In Bremen, wo er später Trainer im Nachwuchsleistungszentrum wurde, beendete er 1997 seine aktive Laufbahn. Er hat sich in Hude selbstständig gemacht und ist Coach in der Jugendabteilung des FC Hude.

Liebe Leserinnen und Leser, der SV Werder ist zurück in der Bundesliga. Dort gehört er hin. Ich hoffe sehr, dass er sich nicht zu einer Fahrstuhlmannschaft entwickelt, sondern sich wieder als ständiges Mitglied in der Beletage des deutschen Fußballs etablieren wird. Doch ich bin guten Mutes, dass die Bremer Profis in der Saison 2022/23 den ersten Schritt in diese Richtung machen. Sie werden nicht wieder absteigen. Es gibt aus meiner Sicht acht, neun Mannschaften, die sie hinter sich lassen könnten.

Die Werder-Verantwortlichen haben in der Sommerpause ziemlich gute Arbeit gemacht. Sie haben den Kader mit einigen klasse Spielern verstärkt und fast alle Leistungsträger der Aufstiegsmannschaft gehalten. Trotzdem: Ich hätte mir noch eine oder bestenfalls sogar zwei weitere Verstärkungen für die Offensive gewünscht. Im Sturm wird es eng, wenn Marvin Duksch oder Niclas Füllkrug ausfallen sollten. Außerdem hätte ich gerne einen offensiven Mittelfeldspieler auf der Liste der Neuzugänge gesehen, der von der Acht oder der Zehn aus das Werder-Spiel lenken kann.

Andererseits muss man realistisch bleiben: Es ist doch einfach so, dass der SV Werder nicht die finanziellen Mittel aufbringen kann, um jemanden zu verpflichten, der heute regelmäßig als „Unterschiedsspieler“ bezeichnet wird. Selbst wenn es einen solchen Profi gibt, der bei seinem jetzigen Verein völlig unzufrieden ist und deshalb wechseln will, sodass die Ablösesumme überschaubar wäre, würde er ja trotzdem ein entsprechendes Gehalt fordern. Das kann Werder wohl ebenfalls nicht bezahlen. Ich finde es übrigens sehr gut, dass in Bremen auf eine vernünftige Gehaltsstruktur geachtet wird.

Werders Auftaktprogramm gefällt mir, es ist interessant. Nach den ersten Partien werden wir vermutlich schon wissen, wohin der Weg der Mannschaft in dieser Saison 2022/23 führen wird. Sieht man einmal von der Partie bei Borussia Dortmund am 20. August und - auch wenn ich da durchaus Chancen für Bremen sehe - vom Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am 28. August ab, trifft die Mannschaft von Ole Werner an den ersten sechs Spieltagen auf Konkurrenten, die aus meiner Sicht nicht im Rennen um die vorderen Tabellenränge mitmischen werden. Wenn es den Bremern gelingt, die Euphorie des Aufstiegs mit in diese Begegnungen zu nehmen, können sie die Weichen für eine relativ sorgenfreie Saison stellen. Ich bin optimistisch, dass es so kommen wird.

Ich kann mir vorstellen, dass die Mannschaft an diesem Samstag bereits den ersten Punkt holt. Sogar einen Auswärtssieg halte ich für möglich. Der VfL Wolfsburg hat mich im DFB-Pokal nicht überzeugt. Außerdem hat der SV Werder gegen die Wolfsburger schon sehr oft sehr gut ausgesehen. Ich bin mir sogar sicher, dass Werder in Wolfsburg das erste Zeichen setzt: Ich tippe auf Sieg.

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